Früher habe ich in Cracau gewohnt, in der Simonstraße 6, dahinter gab es ursprünglich noch die Nr. 3a, ehemals Fuchs & Wiegand Citronen- und Fruchtsaft-Presserei, die aber im Krieg vermutlich irgendwann zerbombt wurde. Im Keller der Simonstraße 6 befand und befindet sich vermutlich immer noch ein Luftschutzbunker mit Schleuse und Notausstieg. Für den Fall das auch der Notausstieg verschüttet wurde, gab es einen kleinen Bereich in der Kellerwand der dünner gemauert war, hier konnte man sich zum Heizraum durchbrechen. Ich kann mich, auch noch gut, an die Phosphorstreifen an den Wänden des Zugangs erinnern, diese leuchteten im Dunkeln und wiesen den Weg zur Schleuse. Bilder habe ich leider keine.
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Bunkerabriss mit Krawumm , heute in der Magdeburger Volksstimme 24.6.14 Bis zu drei Meter dicke Betondecke wird in Rothensee weggesprengt Von Oliver Schlicht Rothensee Schon seit drei Wochen hämmert sich Baggerfahrer Hartmut Eggert durch den Beton. Riesige Betontrümmer mit Stahlträgern durchzogen häufen sich unter seiner Baumaschine. „Die Mittelschicht ist 2,50 Meter dick. Und an den beiden Außentürmen ist der Beton sogar drei Meter dick“, stöhnt er. Um den Abriss zu beschleunigen wurden bereits mehrere kleine Unterstützungsspren gungen ausgeführt. „Dazu werden Löcher etwa einen Meter tief in den Beton gebohrt.“ Weitere solcher Sprengungen sollen folgen. Bis wann der Abriss des etwa 50 Meter langen und knapp zehn Meter breiten Kolosses dauern wird, mag Hartmut Eggert nicht abschätzen. „Geplant war eigentlich, dass wir bis Mitte Juli fertig werden. Ob wir das schaffen, ist derzeit schwer zu sagen“, erklärt der Bauarbeiter. Verfolgt werden die Arbeiten vor allem von den Bewohnern des angrenzenden Asylbewerberheimes. Auch die Wachleute des Sicherheitsdienstes sind interessierte Beobachter. So wie Jens Engler. Er interessiert sich privat für militärgeschichtliche Bauten und hat sich über die Bunkeranlage an der Hohenwarther Straße belesen. „Ich finde es sehr interessant, welche Geschichte zum Bau dieses 70 Jahre alten Bunkers geführt hat“, erzählt er. „Die Mittelschicht ist 2,50 Meter dick. An den Außentürmen ist der Beton sogar 3 Meter dick.“ Hartmut Eggert „Ursprünglich waren das sieben Bunker, die hier 1944 gebaut wurden. 300 Zwangsarbeiter haben diesen Bunker in nur drei Monaten hochgezogen“, schildert er. Zwölf Stunden täglich mussten die damals schuften. Gebaut wurden die Bunker zum Schutz der Arbeiter vor Luftangriffen auf das damals nahe gelegene Brawag-Werk, wo Benzin hergestellt wurde. Wegen dieser kriegswichtigen Industrie war der Norden Magdeburgs häufig das Ziel von Luftangriffen. „Ursprünglich gab es sieben Bunker. Am heutigen Technischen Polizeiamt steht noch einer“, erzählt Engler. In der Nachkriegszeit diente der Betonklotz an der Hohenwarther Straße als Lagerraum und Telefonvermittlungsstelle. Und er war jahrzehntelang einer der Lieblingsspielplätze von Kindern und Jugendlichen aus Rothensee. Seine halbrunde Form im Mittelstück eignete sich als Mini-Rodelberg im Winter und als Rutschbahn im Sommer. Auch der Autor dieser Zeilen darf für sich in Anspruch nehmen, mehrere Lederhosen auf dieser Betonrutsche „vernichtet“ zu haben.
Der alte Bunker am Asylbewerberheim in Rothensee wird derzeit mit großem Getöse und gezielten Sprengungen abgerissen. Zwangsarbeiter errichteten ihn 1944, sieben der Betonkolosse gab es ursprünglich in der Ortslage, Fotos (2): Oliver Schlicht
Hab ich auch gelesen. Heißt so viel wie er wehrt sich nach wie vor wehement. Apropos kennt jemand den erwähnten Jens Engler? Ist er möglicherweise Mitglied hier im Forum? Wäre schön wenn er uns was erzählen könnte. spusu