Alfred Eichel, Jg. 1926 aus Wolmirstedt Interview durch H. Menzel
Er lebte bis 1945 in Gersdorf und arbeitete in Magdeburg in der Hospital-Str. Neustadt, Drahtwarenfabrik „Lei und Bruns“ als Lehrling. Ich war damals im HJ-Wohnheim in der Kirchstr. gegenüber der Sudenberg Ambrosius ? untergebracht. Vom 6. Aug.44 bis Kriegsende. In Magdeburg habe ich alle Luftangriffe miterlebt. Den Angriff 44 auf Neustadt erlebte ich folgendermaßen. Ich stand mit einem weiteren Lehrling, einem französischen Kriegsgefangenen und einem Ostarbeiter vor der Haustür im Hof. Über ins brummten die Flugzeuge, wir hörten die Flak ballern. Dann ein lautes Zischen. Erst dachte ich, dass eine Flakgranate runter kommt, was öfters geschah. Auf einmal ein Knall uns ich lag mit den anderen im Keller. Wie lebten aber alle noch. Ich stand auf und schnell in den Luftschutzraum, da war alles voller Staub aber es brannte noch die Kerze. Der Schein kam durch den Staub. Ich tauchte schnell ein Tuch in den Wassereimer und band es vor den Mund, um den Staub nicht einzuatmen. Da rief der Chef, mach mal das Stahlfenster an der Straße auf, damit der Staub abziehen kann. Da stellte ich fest, dass der ganze Schutt vom haus drauf lag. Das Kellerfenster war verschüttet. Das war in der Hospitalstraße. Und schon zischte die nächste Bombe. Ich rief „Achtung die Nächste!“ Ich klappte die Luke zu und warf mich an der Wand im Keller hin. Dann war nur ein „klak“ zu hören. Das war ein Blindgänger. Wenn der detoniert wäre, dann wären wir nicht mehr aus dem Keller gekommen. Als Entwarnung kam sind wir raus. Als wir die Haustür öffneten kam uns zwei Polizisten entgegen, Staub und Dreck verklebt. Ihre Frage lautete nur: „Wie viel Tote?“ Der Blindgänger lag drei Meter neben unserer Haustür rechts, vor der Tür des Nachbarhauses. Wenn der explodiert wäre, dann wäre auch das Nachbarhaus weg, da saßen viele Zivilisten aus der Umgebung drin. Der Angriff am 5.8.44 wo Junkers zerstört wurde habe ich auch erlebt, aber da bin ich nicht angekommen. Ich musste am 5.8.44 zur Arbeitsfront. Mein Chef hat mich dahin geschickt, weil ich mich geweigert hatte am HJ-Dienst teilzunehmen. Das hatte seinen Grund, weil ich nach der Schulentlassung zur HJ ging wie angeordnet, auf dem Schulhof, da schaute ich wie das da zuging. Da sah ich alle angetreten, der vor der Front fürchterlich beschimpft wurde, weil er was ausgefressen hatte, dann kam das Kommando „Gruppenkeile!“ Alle auf ihn drauf…Der HJ-Führer schaute zu, Hände über der Brust, bis er nach einiger Zeit „Achtung!“ brüllte, „Antreten!“ Danach wurde der Bengel wieder beschimpft, weil er so feige war, und sich hauen ließ! Da war bei mir alles gelaufen „zu den Sauhaufen gehste nicht!“ Die Schule war in Olvenstedt. Zu Hause hab ich das Mutter erzählt. Meine Mutter gab mir meinen Laufapparat, den ich vor meiner Lehre tragen musste, weil mein Bein durch einen Unfall den ich hatte etwas behindert war, Dann ist sie mit mir zum HJ-Führer gegangen und hat ihm gesagt, „was soll der Bengel hier zum Dienst kommen?“ Der sagte das keinen Sinn, so etwas brauchen wir hier nicht. So wurde ich vom ständigen HJ-Dienst befreit. Das ging so lange gut, bis meine Mutter mit den Kindern meiner älteren Schwester in die Altmark evakuiert wurde. Meine Schwester konnte nicht mit, weil ihr Mann als Einbeiniger bei Junkers eine Aufsichtsfunktion hatte, nicht alleine bleiben konnte. Ich musste nach Gersdorf zu meinem Vater. So musste ich dort Sonnabends am HJ-Heim vorbei. Nach einigen Wochen wurde ich gefragt, wann ich den zum HJ-Dienst komme. Ich sagte: „Überhaupt nicht!“ Warum nicht! „Weil ich nicht brauche!“ So nahm ich meine Bescheinugung zur Befreiung mit und zeigte sie. Der HJ-Führer zeriss sie vor meinen Augen. „Gilt nicht mehr!“ „Nächsten Sonnabend will ich dich hier zum Dienst sehen!“ Ich ging nicht zum Dienst. Nach einer Woche kam das erste Strafmandat (fünf Mark Strafe). Mein Vater konnte die Strafe nicht bezahlen und ich auch nicht, weil ich auch nur vier Mark in der Woche verdiente als Lehrling im 2. Lehrjahr. So steckte ich das Schreiben in den Ofen. Es dauerte auch nicht lange, da kam das nächste mit der dreifachen Summe. Auch in den Ofen gesteckt. Das letzte war dann mit 150 Mark Strafe angegeben. Da stand dann, wenn ich nicht bezahle, dann muß ich das mit meinem Arbeitgeber besprechen oder sechs Wochen Jugendarrest antreten. Da besprach ich also am 5.8.44 mit meinem Arbeitgeber früh morgens. Da hat er mich beschimpft und zur faschistischen Arbeitsorganisation (Arbeitsfront) geschickt. Auch da wurde ich beschimpft, dann wurde ich ins Haus der Bauführung in Sudenburg, Bau 26 geschickt. Die waren ganz human mit mir, da arbeiteten junge Mädels. Die gaben mir einen Brief mit einer Adresse Kirch oder Kirchstraße in Sudenburg, gegenüber St. Ambrosius. Da bin ich gleich wieder rausgeworfen worden, weil ich statt „Heil Hitler“ „Guten Tag sagte“. Der Chef dort sagte nun, du bist hier bei uns eingewiesen, wenn du morgen Abend um 20:00Uhr nicht hier bist, wirst du polizeilich vorgeführt. Danach bin ich wieder zum Betrieb und sagte meinem Chef, dass ich mich morgen im HJ-Heim melden müsse. Anschließend bin ich hoch in meinen Arbeitsraum von wo ich den Bahnhof Neustadt sehen konnte. Da sah ich am 5.8.44, dass der eingenebelt wurde. Nun würde bald Fliegeralarm kommen. Da wir unseren Keller nicht mehr benutzen konnten, mussten wir in der Ackerstraße in den Luftschutzraum. Wir hatten ja zwei Ostarbeiter (Nikolaj Tripolski und Pontilje Jowschenko). Pontilje ist nie mitgekommen in den Luft-schutzkeller, der blieb immer oben. Im Bunker merkte ich das Pontilje nicht da war. Ich bin zum Chef: „Herr Laue! Pontilje ist nicht im Bunker, ich muß ihn holen!“ Der schauzte mich nur an! Da saßen wie 2-3 Stunden im Keller, bis der Luftangriff begann. Über das Radio hörten wir die Luftlagemeldung. Nun wae für Magdeburg Gefahr angesagt. Ich will Pontilje holen. Wenn du den Mund nicht hälst, als Deutscher, und dein leben für einen Bolschewiken auf ‚s Spiel setzen willst, dann Sorge ich dafür, das du ins KZ kommst. Das war damals für mich aber keine Drohung, da ich ja nicht wusste, was ein KZ ist. Im nächsten Moment riß uns eine Druckwelle zu Boden. Nach dem Angriff sind wir raus. Pontilje war nicht’s passiert. Er war nur völlig schwarz vom Kohlendreck. Im Umkreis von 100m waren jede Menge Bomben runter gekommen, in der Nähe von Junkers. Dann bin ich nach Hause gefahren um mich für das HJ-Heim vorzubereiten. Ich musste dann zu Fuß von Gersdorf nach Magdeburg laufen nach Sudenburg. Da man am 5.8.44 auch viele Zeitzünderbomben abgeworfen hatte, so erlebte ich auf dem Heimweg, wie über all diese Bomben hoch gingen in der Feldmark und auch in der Stadt. Das gleiche auch auf dem Weg nach Magdeburg. In Gersdorf gab es einen Ortsbauernführer, den später die Ami’s verhafteten. Das war Jenrich. Der hatte Zwangsarbeiter mit harter faust behandelt und verprügelt. Die Ami’s haben ihn aber wieder frei gelassen. Dann haben die befreiten Polen Ihn sich gegriffen und mitgenommen. In Gerstorf gab es aber wenige Nazis. Am Dorfteich war öfters die ganze Jugend versammelt 1933/34/35? Ein Jugendlicher brüllte damals „Hitler verecke, mit dem Arsch um die Ecke!“ Das war damals noch möglich, später nicht mehr. Ortsgruppenleiter in Gersdorf war Fuhrmeister, der Lehrer. Da der 45 noch die Waffen des Volkssturms des Ortes unter sich hatte, wurde auch der von den Ami’s verhaftet. Der kam erst nach drei Jahren zurück. Auch den 16.1.45 erlebte ich in Magdeburg. Der Heimleiter in Sudenburg hatte mich bereits zum Stellvertreter ernannt, weil er als Flaksoldat im Dienst war und überall Freundinnen hatte, die er besuchte. Da durfte ich ihn hier vertreten. Am 16.1. musste er zur Ortsgruppenleitung in den Luftschutzkeller. Er hatte aber an diesem Abend keine Lust und schickte mich. Der Luftschutzkeller war in der Mädchenschule in Sudenburg. Nach der Entwarnung sind wir dann nach Magdeburg rein. Uns strömten die Verletzten entgegen. In der Nähe vom Kino „Füli“ war die Angst so entsätzlich, und die vielen Leichen…..Die Häuser in den Straßen brannten. Die Flammen schlugen über die Straße zusammen. Man konnte nur gebückt unter den Flammen durchlaufen. Da haben wir noch aus dem Vorraum der „Füli’s“ die Frauen raus geholt, und unter den Flammen hindurch in Sicherheit gebracht. Die Straßen waren alle mit 2.3m hihen Schutt versperrt. Tage später wurde ich als Lotse für den LKW-Betrieb eingesetzt. Ich wurde im Polizeipräsidium eingesetzt um LKW’s zu begleiten, die aus Magdeburg von Ausgebombten die letzte habe auf die Dörfer fuhren. Als Lotse musste man LKW-Fahrer in Magdeburg einweisen. Es stellte sich heraus, dass diese Aktion nur für wohlhabende Familien galt. April 45 Magdeburg wird verteidigt. Ich war oben in Sudenburg an der Straßenbahnhaltestelle eingesetzt. In dem zweistöckigen Gebäude Hatten wir im Keller unseren Gefechtsstand. Im Keller war auch ein älter Mann, Ende 50, als Soldat. Der sagte, die Frau oben ist in den garten gezogen, wir können ihre Wohnung benutzen. Da oben können wir schlafen. Ich will nicht ins bett, das kannst du nehmen. Ich lege mich auf den Fußboden. Da ich ein steifes Bein hatte, sagte ich ihm, das wird nicht’s, ich komme, wenn es schnell gehen muss, schlecht die Treppe runter. Als ich am Nachmittag doch oben war, hörte ich Kettengeräusche auf der Straße. Da wollte ich schnell die Treppe runter. Das ging so schnell nicht. Das war ein deutsches Kettenfahrzeug. Als wir an dem anderen tag auch noch das Radio aus der Wohnung in den Keller holen wollten, waren wir entsetzt. Als wir die Tür öffneten zur Wohnung der Frau, sahen wir, dass in der Nacht eine Granate in die Wohnung eingeschlagen war und das bett zerstörte. Hätte ich da oben übernachtet, dann wäre es um mich geschehen gewesen. Auch das Radio war unbrauchbar. Die Ami’s waren zu dieser zeit schon in Ottersleben. Das muss am 12.4.45 oder 13.4.45 gewesen sein.
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Unten im Keller hatten wir auch einen Funker. Wenn der anfing zu funken, dann Schoß die US-Ari auf die Fabrikschornsteine der Zuckerfabrik, weil sie dachten, da sitzen die Deutschen. Ich bin auch noch ein zweites Mal dem Tod von der Schippe gehopst. Meine Panzerfaust hatte einen Granatsplitter abbekommen. Da sagte mein Unteroffizier musste jetzt sprengen. Also Handgranate dran gebunden, am Zaun festgemacht, habe mich ins Schützenloch gesetzt und den Abzug bedient. Aber nichts passierte. Als ich wieder hoch schaute, da lag die Panzerfaust mit der Handgranate auf dem Schützenloch. Zum Glück hatte der Zünder nicht ausgelöst. Beim zweiten Versuch hatte er aber funktioniert. Abends bekam ich Befehl im Luftschutzkeller im Ausstieg (Blechtür) Splitterschutz mich mit dem MG reinzusetzen und die Straße zu sichern. Ich saß etwa 3-4Stunden da drin und weil es mir zu langweilig wurde und ich wusste, weiter vorn sind auch noch Posten, habe ich gegen die Luftschutzklappe geklopft und ich wurde eingelassen. Drinnen habe ich mich hingelegt um zu ruhen. Morgens weckte mich ein Kamerad und sagte geh rechtzeitig wieder raus, das braucht keiner mitbekommen das du drin warst. So machte ich wieder die Luke auf und stellte, dass der ganze Splitterschutz weggeschossen war. Da war eine US-Granate eingeschlagen. Im Keller haben wir davon nichts mitbekommen. Von Ottersleben aus wurden wir durch Ari und Granatwerfer ständig beschossen. Schräg gegenüber von uns stand eine Litfassäule und etwas weiter stand ein Feuerlöschbecken. Dazwischen stand ein deutscher Soldat. Ich dachte noch, der steht dort aber sehr sicher geschützt. Über ihn zischte eine amerikanische MG-Salve hinweg. Plötzlich schrie er auf, fasste sich an den Oberschenkel und kippte um. Querschläger. Später kam ein Motorradfahrer an der Panzersperre an, ein Ami. Der musste sich verfahren haben. Ich hatte gerade Posten draußen, ich hatte ihn ins Visier genommen und konnte plötzlich meinen Finger nicht krumm machen! Da hab ich ihm mein Gewehr höher gehalten und abgefeuert. So hab ich absichtlich daneben geschossen. Aber im selben Augenblick sah ich in dessen Kopf ganz deutlich drei Kugeleinschläge von meinem anderen Kameraden, vom MG. Ich bekam die Pistole von dem Motorradfahrer als Beute. Da kam ein Feldwebel und fragte ob ich den Colt behalten wolle. Gib ihn mir, du bekommst von mir eine andere Pistole mit der du besser umgehen kannst. Die Pistole nahm ich und steckte sie in die Tasche. Die hatte ich auch noch als ich in Gefangenschaft ging. Die Ami’s waren 11 wir waren nur fünf. Die standen mit Maschinenpistolen im Anschlag vor uns, wir mussten unsre Taschen ausräumen. Ich sah in deren Augen soviel Angst, dass ich mich entschloss, die Pistole nicht raus zu legen, weil ich glaubte, dass sie sofort mit schießen beginnen würden. Dann mussten wir die Hände im Nacken zusammenlegen und dann marschierten wir los. Die Hälfte der Ami’s lief vorne weg in Deckung, die andere Hälfte blieb hinter uns mit Maschinenpistole im Anschlag! Beim Laufen habe ich mich umgeschaut. Als ich merkte, dass keiner mich beobachtete, hab ich schnell die Pistole aus der Tasche geholt und in einen Granattrichter geworfen. Wir marschierten zunächst nach Ottersleben, gleich vorne in den ersten Bauernhof. Dort wurden noch einmal unsere Taschen auskramen. Dann wurden wir auf einen LKW vergeladen , hinten auf jeder Seite ein Schwarzer als Bewachung darauf mit Karabiner und Seitengewehr und fuhren nach Wanzleben. Dort im Nährmittelwerk war eine Sammelstelle eingerichtet worden. Dort übernachteten wir im Freien. Am anderen Morgen wurden wir unter Bewachung rausgeholt mit immer zu 70 Mann auf offene LKW gepfercht. Die Fahrt ging sehr rasant. Von einigen LKW’s brachen in den Kurven die Seitenplanken ab und Soldaten stürzten runter und etliche starben so. Der eigentliche Sturmangriff auf Magdeburg-Sudenburg begann ja am 17.1.45 und da bin ich auch gleich an der Panzersperre gefangen genommen worden. Wir standen hinter der Panzersperre. Auf einmal kam ein Feldwebel hinter der Ecke hervor und wurde mit MG-Salven empfangen. Wahrscheinlich von einem US-Panzer in Reichweite. Der Feldwebel warf sich beim robben zurück, sprang auf und kam zu uns mit der Panzerfaust, machte sie schussbereit, sprang hinter unsere Sperre hoch, feuerte auf den US-Panzer eine Panzergranate ab, gegen den Träger der Sperre. Einen von uns hatte es erwischt, Granatsplitter. Ich versorgte ihn mit Verbandspäckchen, verband ihn im liegen auf der Straße. Der Feldwebel wollte den Verwundeten zurück bringen ins Hilfslazarett. Da stand ein PKW in einem Hausflur. Er rein, schloss das Fahrzeug kurz, fuhr im Schutz der Panzersperre raus lud den verletzten ein und fuhr Richtung Innenstadt auf der Halberstädter Straße davon. Der kam auch nicht wieder zurück. Immer etwa einen halben Meter schlugen die MG-Salven des amerikanischen Panzer’s ein, aber immer zu kurz. Das Panzergranatengeschoß, was er abgefeuert hatte, hatte den US-Panzer verfehlt. Unsere Panzersperre stand zwischen den Häusern. Links und rechts ein Kastenverbau mit Schutt gefüllt und in der Mitte oben nur mit einen Stahlträger geschlossen. Da kam noch ein Panzer an, auf der Straße lag ein Eisenbahnrad, dahinter hatte ich mich geworfen um Deckung zu finden. Vom Panzer aus wurde ich mit MG beschossen. Die Geschosse trafen mich zwar nicht, aber sie knallten auf des Eisenbahnrad. Auch links und rechts Einschüsse. Die schossen Sprenggeschosse. Dann schoss von uns MG 42 auf den Panzer. Der US-Panzer setzte zurück und ich konnte hinter dem Eisenrad verschwinden. Noch bevor die Ami’s ihren Sturmangriff begannen musste ich nachts mal in die Kommandostelle in den Wohnhäusern und sollte die Offiziere wecken, weil die zu einer Beratung mussten. Da hatte ich Glück, dass ich den falschen keller gerannt bin. Der Feldwebel im Offizierskeller hatte die Jacke vom Leutnant an. Den hatte es zuerst geweckt. Der zeigte mir wo der Leutnant lag, da habe ich den geweckt, den Befehl übermittelt und bin wieder raus. Am anderen tag wurde ich vorgeladen, weil ich meinen Auftrag nicht erfüllt haben sollte. Der Leutnant war nicht zur beratung erschienen. Aber der Alte im Nachbarhaus, der mir in der Nacht sagte, wo die Offiziere zu finden waren, konnte zum Glück bestätigen, dass ich die Offiziere geweckt habe. Das ging noch mal gut. Der Leutnant war einfach liegen geblieben und hatte weiter geschlafen. Als die Ami’s anrückten, war die Panzersperre noch geschlossen. Die Ami’s sind von der Seite gekommen und somit bestätigte sich, dass die Sperren keinen Sinn machten. Auch die Panzer umfuhren die Sperren. Wir saßen gerade im Keller. Nun sagte der Leutnant, Waffen aufnehmen und raus. Hier lassen wir uns kampflos gefangen nehmen. Draußen entbrannte ein Feuergefecht mit MG’s. Ich war in einem Hausflur mit dem MG. Auch auf der anderen Seite wurde mit MG geschossen, aber ich konnte nicht sehen wo das war. So stand ich da und wartete. Da kam ein anderer deutscher Soldat in den Hausflur. Von wo wird denn geschossen? Ich konnte ihm das nicht beantworten. Da nahm er die Panzerfaust und feuerte dort hin wo das MG sein könnte. Der Feuerstrahl hatte meine ganze MG-Munition zur Explosion gebracht. Wir ganz schnell in den Keller runter. Der Feldwebel hatte dort ein Mädchen gefragt, ob die mit einer weißen Fahne zum Ami gehen wolle um ihn zu melden, dass hier im Keller deutsche Soldaten sind, die nicht mehr kämpfen wollen und sich ergeben. Sie kam dann auch zurück und rief, kommt hoch. Oben sind wir fünf dann von 11 GI’s in Empfang genommen worden, wie schon oben beschrieben. In Oschersleben sind wir dann von den kleinen US-LKW’s runtergeholt und auf große LKW verladen worden. In Oschersleben blieben wir zusammen gepfercht in der Sonne stehen müssen. Ich hatte solchen Durst. Da bin ich einfach über die Planke geklettert um Wasser zu holen. Da stand aber gleich der Posten mit Seitengewehr vor mir. Da kam ein Offizier an und ich sagte das ich Durst habe. Auf dem LKW sprach ein Gefangener Englisch und rief gib dem Wasser. Glücklicherweise nahm der amerikanische Offizier mich mit. Ich nahm aber viele Kochgeschirre von meinen Kameraden mit. Der Offizier füllte im haus alle Kochgeschirre und Feldflaschen und gab sie mir zurück. Ich trank eines sofort aus und hielt es ihm wieder hin. Der Ami füllte auch das wieder und dann ging ich zum LKW zurück. So haben viele was zu trinken bekommen. Dann ging es weiterund überall wo wir hin kamen hieß es , es ist ein Durchgangslager, hier wird keine Verpflegung ausgegeben. Als wir in Hildesheim waren, wurde noch immer nichts gegeben. Dann in Rheinsberg hieß es, Verpflegung für heute ist bereits ausgegeben, Verpflegung gibt es morgen. In der Nähe unserer Panzersperre standen noch zwei Pak’s. Die Geschütze hatten die Ari-Aufklärer, die ständig rumkreisten gesehen. Dann erfolgte ein Ari-Beschuß eine Viertelstunde lang auf die Geschütze die bei uns standen. Unsere Soldaten waren nicht mehr dazu gekommen, mit den Geschützen auf die Ami’s zu schießen. Das Motorrad des abgeschossenen Ami vor unserer Panzersperre wollten SS-Leute wegholen. Die waren durch die Sperre durch und ich sehe den US-Ari-Flieger auffliegen und rief „passt auf Ami-Flieger!“ Die machten sofort kehrt und weg waren sie wieder.
E N D E
Reinschrift Teddy
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