Hallo, als es noch einen Kulturbund gab, haben wir 1984 im Kreis Havelberg einen Sonderumschlag zur Kleinbahn Schönhausen /Sandau gemacht. Gruß Wüste Gobi[img]Bild entfernt (keine Rechte)[/img]
Hallo, aus dem Wuster RAD Lager waren 1942/43 Arbeitsmaiden zum Kriegs-Hilfsdienst in Silva eingesetzt. Deshalb habe ich diesen Bereich auch in meiner Dokumentation eingearbeitet. In meinem Besitz ist ein Programm des Abschiedsabend vom 26. März 1943. Hänge es an. Desweiteren habe ich ein Foto vom ehemaligen Denkmal von 1965, welches nicht mehr vorhanden ist, weil es von Metalldieben entfernt wurde. Die Bildhauerin Ursula Schneider- Schulz hat das Dekmal geschaffen. Bilder dürfen nicht gewerblich genutzt werden. Gruß Wüste GobiBild entfernt (keine Rechte)[[File:Programm März 1943.jpg|none|auto]
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Nochmal zurück zu den am Kriegsende existierenden Kleinbahnen in dem Gebiet Havelberg, Klietz, Genthin. Gibt es denn Erkenntnisse im Forum, wann diese Strecken aufhörten zu existieren? Über die Strecke Havelberg wissen wir ja dank Magado, deproe und Olln nun bescheid.Aber eben die anderen MfG Rüdiger
Die Genthiner Eisenbahn AG firmierte bis zum Oktober 1942 als Kleinbahn-AG in Genthin und bis zum 12. November 1930 als Kleinbahn-AG Genthin-Ziesar. Diese war ihrerseits am 5. November 1923 durch die Fusion der Genthiner Kleinbahn AG und der Ziesarer Kleinbahn AG entstanden, welche die Gesamtlänge ihrer normalspurigen Strecken, die in der damaligen Provinz Sachsen entstanden waren, im Jahre 1939 auf insgesamt 154 Kilometer erhöhte. Dafür standen 13 Dampflokomotiven und drei Triebwagen nebst über 100 Personen- und Güterwagen zur Verfügung.
Heute befinden sich die beschriebenen Gebiete überwiegend im Land Sachsen-Anhalt; der größte Teil des Ziesarer Kleinbahnnetzes sowie die Gegend um Milow gehören allerdings zum Land Brandenburg.
Genthiner Kleinbahn AG
Die Genthiner Kleinbahn AG wurde am 22. Juli 1898 gegründet. Hauptaktionäre waren das Königreich Preußen, die Provinz Sachsen und der Kreis Jerichow II. Weiter beteiligten sich die Firma Lenz & Co. GmbH, das Herzogtum Anhalt, die Städte Genthin und Jerichow sowie Gemeinden und Privatleute.
Sie brachte drei Strecken von 73 Kilometer Länge in die Fusion ein: als Erste war am 25. Oktober 1899 die Bahnstrecke Genthin–Schönhausen über Jerichow eröffnet worden. Einen Monat später folgte am 27. November die Verbindung von Genthin nach Milow an der Havel. Von Schönhausen, wo die Staatsbahn Berlin-Stendal gekreuzt wurde, konnte man ab 19. September 1909 weiter nach Norden bis Sandau fahren, das nur sechs Kilometer von der damaligen Kreisstadt Havelberg entfernt liegt.
Ziesarer Kleinbahn AG
Die Ziesarer Kleinbahn AG wurde am 21. Mai 1901 gegründet und firmierte bis zum 27. Juni 1910 als Kleinbahn AG Ziesar-Groß Wusterwitz, dann bis 1914 als Kleinbahn AG Groß Wusterwitz-Ziesar-Görzke. Kapitalgeber waren auch hier vornehmlich das Land und die Provinz, dann die Firma Lenz & Co, die Stadt Ziesar sowie sechs Gemeinden und vier Privatpersonen.
Das Netz der Ziesarer Kleinbahn umfasste vier Strecken von insgesamt fast 60 Kilometer Länge: Zum alten Bahnhof Ziesar, wo auch die schmalspurige Strecke der Kleinbahnen des Kreises Jerichow I von Burg her endete, wurde am 1. Oktober 1901 das erste Teilstück der Bahnstrecke von Groß Wusterwitz an der Staatsbahnstrecke Berlin–Magdeburg über Rogäsen hergestellt. Erst zehn Jahre später, am 11. August 1911, wurde sie nach Süden bis Görzke verlängert. Die kurze Stichbahn von Rogäsen nach Karow wurde am 4. Februar 1912 eröffnet.
Erst während des Ersten Weltkrieges konnte eine zweite Verbindung von Ziesar über Tucheim zur Staatsbahn nach Güsen eröffnet werden. Zwischen Ziesar und Tucheim begann der Güterverkehr am 15. September 1916, der Personenverkehr am 21. Oktober 1916. Die ganze Strecke wurde ab 2. April 1917 befahren und gleichzeitig der Knotenpunkt aller Bahnen in Ziesar zum neuen Hauptbahnhof verlegt.
Kleinbahn-AG Genthin-Ziesar
Nach dem Zusammenschluss zur Kleinbahn AG Genthin-Ziesar eröffnete diese noch eine 21 Kilometer lange Strecke von Jerichow in südlicher Richtung zur Staatsbahn bei Güsen, wo ein gemeinsamer Kleinbahnhof mit der Strecke nach Ziesar und dadurch ein gemeinsames Schienennetz entstand. Zwischen Jerichow und Güsen wurde der Personenverkehr von 1935 bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 nicht bedient. Nach dem Krieg konnte der Gesamtverkehr zwischen Güsen und Neuderben erst 1952 wieder aufgenommen werden.
Schon im Jahr 1932 hatte die Kleinbahngesellschaft ihr Schienennetz durch Omnibuslinien ergänzt, die 1939 rund 90 Kilometer lang waren. Die fünf Omnibusse fuhren von Genthin nach Sandau und von Jerichow nach Güsen parallel zur Bahn, verbanden aber auch Sandau mit Havelberg und Jerichow mit Tangermünde.
Die beiden Gesellschaften, die sich 1923 zur Kleinbahn AG Genthin-Ziesar zusammengeschlossen hatten, wurden anfangs von der Bahnbau-Unternehmung Lenz & Co. GmbH betrieben. Am 1. April 1908 übernahm diese Aufgabe die Kleinbahnabteilung des Provinzialverbandes Sachsen in Merseburg und erfüllte sie bis zum 2. März 1946, als sie unter staatliche Zwangsverwaltung der Provinz Sachsen gestellt wurde.
Die ehemaligen Genthiner Kleinbahnstrecken bei der Deutschen Reichsbahn und der Deutschen Bahn
Am 1. Januar 1947 ging die Genthiner Eisenbahn auf die Sächsischen Provinzbahnen GmbH über und von dieser über die Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) 1949 auf die Deutsche Reichsbahn. Diese betrieb den Personen- und Güterverkehr im ehemaligen Kleinbahnnetz noch jahrzehntelang weiter. Nur die sechs Kilometer lange Zweigbahn Rogäsen–Karow wurde am 3. Oktober 1951 vollständig stillgelegt.
Erst am 23. September 1967 kam es zur Einstellung des Personenverkehrs zwischen Genthin und Milow. Die Strecke verschwand bis auf ein vier Kilometer langes Anschlussgleis, als am 25. September 1971 auch der Güterverkehr beendet wurde. Das Ende für die Verbindung zwischen Ziesar und Groß Wusterwitz (nun: Wusterwitz) kam am 23. Mai 1971.
Die Strecke von Ziesar nach Görzke verlor den Personenverkehr am 29. September 1973, behielt aber noch Güterverkehr bis zum Jahresende 1993.
Auf dem größten Teil des übrigen Netzes von 100 Kilometer Länge fuhren Triebwagen für die Personenbeförderung bis zum 29. Mai 1999. Hier war der Güterverkehr weitgehend schon in den Jahren 1993 und 1994 zum Stillstand gekommen. Nur zwischen Schönhausen und Sandau war der Personenverkehr bereits am 1. August 1993 verschwunden.
Verbindung über die Elbe
1944 wurde aus militärischen Gründen eine Gleisverbindung von der Genthiner Eisenbahn bei Fischbeck über die 1933 errichtete und dafür vorgesehene Elbebrücke Tangermünde zur Stendal-Tangermünder Eisenbahn in Betrieb genommen. Eine größere Verkehrsbedeutung hat sie jedoch nie erlangt. Es sollen einige Lazarettzüge dort gefahren sein, kurz bevor die Brücke am 12. April 1945 zerstört wurde. Allerdings enthält die Fahrplantabelle 207v (Jerichow–Tangermünde) im Kursbuch vom 4. November 1946 täglich eine Triebwagenfahrt von Jerichow nach Schönhausen, die auf dem Rückweg eine Stichfahrt von Fischbeck nach Tangermünde und zurück machte, bevor es nach Jerichow zurückging. Dabei muss es sich um einen Haltepunkt auf dem Ostufer der Elbe gegenüber von Tangermünde gehandelt haben. Mit dem Wiederaufbau der Straßenbrücke 1950 wurde im Bereich der Vorlandbrücke auch ein Gleisbereich wieder eingebaut. Auch die Strompfeiler in der Elbe waren für eine Straßen- und Eisenbahnbrücke ausgelegt. Durch den weiterhin fehlenden Strombrückenteil für die Gleisanlagen war aber ein Eisenbahnbetrieb über die Elbe von und nach Tangermünde nicht möglich.
Quelle: Stand alles bei Wikipedia, wenns das ist was gesucht wird...
Zitat von wirbelwind im Beitrag #164Hallo Magado, wiedermal ein interessantes Bild zum Übergang von Soldaten der 12.Armee bei Tangermünde. Meist ist ja einem das Bild der gesprengten Elbbrücke bei Tangermünde im Hinterkopf,(auch Titelbild des Buches v. Gellermann über die Armee Wenck, wo Soldaten versuchen, das ,,rettende" Ufer bei den Amis zu erreichen, nachdem dt. Pioniere einen Steg innerhalb der Brückentrümmer errichtet hatten. Gansefüsschen deswegen, wei lja, und das geht ja aus den VS-Artikel nochmals hervor, die Amis, entgegen den getroffenen Absprachen, doch dt. Soldaten an die Russen ausgeliefert haben. Herr Dr. Lübeck hat recht, dass bisher keine Zahlen genannt wurde was den Umfang der Auslieferung betraf. Lt. Gellermann betraf es fast die gesamte I.D Jahn, Teile der Division Schill, Teile der Korpsgruppe Raegener, 5 Offiziere und 65 Soldaten der Sturmbrigade 243, Teile der Stabsbatterie der Sturmgeschützbrigade 1170, die letzten 10 Offiziere und Mannschaften der 541.Volksgrenadierdivision (gehörte zu den Resten der 9. Armee), Flak-u. Nachrichtenhelferinnen sowie krankenschwestern in Tracht und angehörige der Division Scharnhorst. Es gibt keine Begründung der Amis, warum diese Auslieferung erfolgte. Angehörige der Division v. Graudecker, deren Führung eigenmächtig kapituliert hatte, wurden selbstverständlich nicht ausgeliefert. Schließlich hatte sich diese Division mit den Abschuß von V-Waffen befasst. Diese umstrittene, eigenmächtige Kapitulation ohne Absprache mit Wenck hätte beinah den Übergang der 12. Armee zu den Amis unmöglich gemacht. MfG Rüdiger
Das mit den Absprachen ist immer so eine Sache. Richtig ist das deutsche Kriegsgefangene von den Amerikanern entgegen der Absprachen zwischen Wenck und den Amis an die Russen ausgeliefert wurden. Nach meinem Kenntnisstand gab es jedoch zuvor Absprachen zwischen den Alleierten mit dem Inhalt das der deutsche Soldat stets dort in Kriegsgefangenschaft geht gegen den seine letzten Kampfhandlungen gerichtet waren. Im Falle der Elbefront würde es bedeuten der Ami hätte a) gar keine solchen Absprachen treffen dürfen und b) er hätte alle Kriegsgefangenen ausliefern müssen.
Da hast Du natürlich recht. Also waren eigentlich die Verhandlungen zwischen von Edelsheim und Generalmajor Moore in puncto dt. Kriegsgefangene ein Widerspruch zu den unter Allierten getroffenen Vereinbarungen. Es gibt ja bekanntermaßen keine schriftlichen Abmachungen zwischen von Edelsheim/Moore. All das, was dann kam, Verwundetenübergabe, Kriegsgefangenschaft, geschah nach mündlichen Absprachen. Es ist anzunehmen, dass Stalin Wind davon bekam und bei den Amerikanern deshalb intervenieren ließ.Daher mutmaßt Gellermann, dass deshalb Teile der 12. Armee an die Rote Armee ausgeliefert wurden. Sozusagen als Kompensation dafür, dass die Mehrzahl der in amerikan. Kriegsgefangenschaft gegangenen Mannschaften/Offiziere dort verblieb. Schließlich sollten die Wehrmachtseinheiten bei dem Allierten in Kriegsgefangenschaft gehen, gegen den sie zuletzt gekämpft hatten. Gegen die Amerikaner hat nun mal die 12. Armee in diesem Gebiet nicht gekämpft. MfG Rüdiger
Ein Beitrag zum Ende des Krieges im Bereich Schönhausen - Jerichow, es sind Tagebuchaufzeichnungen, die ich auch in der Ausstellung 2005 gebracht hatte Wüste Gobi[[File:042 Aufzeichnungen Unteroffizier Moll 1945.doc]]
Wüste Gobi
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Aufzeichnungen über die Zeit vom 03. Mai bis 11. Mai 1945 vom Fahnenjunker-Unteroffizier Moll der Division „Scharnhorst“
Donnerstag, 3.5.
Eulenmühle (weitere Hinweise dazu letzte Seite) an 6.30. Feuerstellung und B. – Stelle mit der Grundrichtung Gitter Süd-Ost. Nach Versorgung der Pferde in der Scheune bis 15.00 geschlafen. Schokolade, Bohnenkaffee. 18.00 Divisions- und Regimentsbefehl durch den Chef verlesen: Drahtlos auf Großadmiral Doenitz vereidigt. Nur noch weiterer Kampf gegen die Russen. Abends unter Nachtfliegern durch den Fiener Bruch nach Karow.
Freitag, 4.5.
Nach kurzer Rast weiter an Kade, bei Beelike vorbei und durch Genthin (8.00) über den Plauer Kanal bis Waidmannsruh. 10.00 in einem Wald ausgespannt, gefüttert und getränkt. Essen. Pan Hofmann mit seinem BMW Sportwagen in Genthin aus einem Schiff mehrere Kisten Schnaps (Bols, Aprikot, Wachholder, Kümmel u.s.w.) organisiert. Abends weiter auf der Straße nach Fischbeck (amerikanisch?) in schrecklichem Nachtmarsch über Redekin nach Jerichow. Genthiner Kleinbahn fuhr noch eifrig Verwundete und 10,5 cm Flak. Vor Fischbeck ein Mann von einem Geschütz im Schlaf heruntergefallen und überfahren. Wurde nach Tangermünde zum Amerikaner gebracht. Durch Fischbeck weiter in einen Wald am Rande von Schönhausen. An diesem Abend starb in Fischbeck im Lazarett mein guter Freund und Kamerad Wolfgang Schulenburg aus Darmstadt. Mein fruchtbares Ahnen in Rokitzan (siehe 31.3.) wurde Wirklichkeit. Vorher verwundet bei Klein Wudicke (nordöstlich Fischbeck).
Samstag, 5.5.
4.30 ausgespannt und Bereitstellung bezogen. Mit Conrady, Stifte und Hottel ein Zelt gebaut. Diesiges Wetter. Dann gut gegessen. Abends Geschützstaffel Stellungswechsel gemacht in Gegend Groß Mangelsdorf bei Jerichow. VB in Sydow. Mit Stifte und Hans Neckels (Studienrat aus Dessau) neues Zelt errichtet. Warmes Abendessen. Gerücht: Wir sollen bis zum 8.5. der Brückenkopf halten, damit möglichst viele intakte Truppen zum Amerikaner kämen für besondere Aufgaben!? Ich Wachhabender und die Wache eingeteilt. Nachts tolle Schießerei, besonders durch Eisenbahnflak. Nachmittags mit Pan Hofmann zu 7 Fahnenjunkern, hintereinander 2 Flaschen Schnaps geleert, dabei in Kniebeuge und pumpen. Ziemlich benebelt. Für 20.30 wiederbestellt. Dafür gute Grundlage gegessen. Aber durch Stellungswechsel zum Glück ausgefallen!
Sonntag, 6.5.
7.00 aufgestanden bei Schönhausen und mit Lotte und Liese zur Tränke auf einer Wiese. Regen. 9.00 auf der Straße zum Abmarsch geordnet. Allenthalben Sprengungen und brennende Fahrzeuge, Zeichen des Endes. Eine schwere Batterie gießt 1 000 Liter Sprit in den Wald, um mit den leeren Benzinfässern über die Elbe zu gelangen. Autoreifen werden abmontiert. Bonbons, Schokolade, Schoko-Kola, Keks, Mokkakugeln, Fruchtstangen u.s.w. in Mengen empfangen. Ich schon mein „Streichgepäck“ zusammen gestellt. Schließlich noch Artilleriefeuer auf Schönhausen. Unsere Panzerfäuste entschärft. Endlich gegen 11.00 abgerückt durch Schönhausen auf die Straße nach Genthin. Ein wüstes Bild, brennende Autos, ledige Pferde auf den Haferfeldern grasend, Sprengungen, ein trüber Himmel, gesprengte Panzer, verstörte Flüchtlinge, betrunkene Soldaten, Offiziere mit Pistolen, Rauchwolken am Horizont, ab und zu eine Lage Artillerieeinschläge, kurzum ein Chaos, das Ende der besten Armee der Welt. Auf dem Weiterritt meine Satteldecke verrutscht und wieder in Ordnung gebracht, dadurch den Anschluss an meine Batterie verloren (waren nach Norden abgezweigt über Kabelitz zur Feuerstellung) dann aber Anschluss an den Troß der 6. Batterie gefunden und über Fischbeck an der unaufhörlich schießender Eisenbahnflak vorbei nach Jerichow und nördlich nach Groß Mangelsdorf in einen Wald zu unseren Feuerstellungen. (16.00) Gleich auf Lt. Möllers Befehl hin mit 3 Munifahrzeugen bis kurz vor Fischbeck gefahren (sollte am Bahnhof Munition holen) aber Straße lag unter Artilleriefeuer. Ich bei einem Luftwaffenoffizier auf das Motorrad gesetzt und nach Fischbeck hinein. Ort selbst unter Beschuss, keine Munition mehr vorhanden. Wieder mit Volkswagen im Arifeuer zurück zu meinen Fahrzeugen und Rückmarsch angetreten. 20.00 vor Jerichow, ein Feuerüberfall auf den Ort durch schwere Artillerie. Blutende Pferde kommen entgegen. Wir weiter, plötzlich wieder ein Feuerschlag. Auf der Hauptstraße in Jerichow ein wüstes Bild heruntergebrochene Äste (Baumkrepierer), Wagen und verendende Pferde, dazwischen Menschen, tote Soldaten und Zivilisten, durchsiebte LKW´S mit über dem Steuer zusammengebrochenen Fahrern und viele zerstörte Häuser. Wir im Trab durch, über den Bürgersteig, ich voran und den Weg erkundet. Schließlich über die Bahn und aus dem Ort heraus. In Mangelsdorf durchfahrend wieder Artilleriefeuer. Zur Stellung. Dauernd geschossen. VB in Briest, Kirchturm unter den Füßen zusammengeschossen, stand nur noch auf drei Pfeilern. Infanterie noch 3 – 4 km vor der Feuerstellung. Granatwerfer. Ab 20.00 aufgegeben. Ich neuen Auftrag, nach Kabelitz zu fahren um Muni zu holen. Der Tross bereits gegen 18.00 zur Elbe zum Floßbau und keine Fahrer mehr da, waren davongelaufen. Noch viel geschossen. Schließlich um 22.00 die Feuerstellung aufgegeben und zurück durch Jerichow bis hinter den ersten Elbdeich. (2.00) Mit Lt. Bobert, Stifte und Hottel in einer Waschküche in Jerichow nach ausgiebigen Essen eingeschlafen.
Montag, 7.5.
9.30 aufgewacht und gefrühstückt. Dann zur Feuerstellung am Deich. Waren schon 2 Stunden gesucht worden. Sofort aufgebrochen, ich mit PKW, die anderen mit Rädern (9.20). In Groß Mangelsdorf gleich auf den Kirchturm gestiegen und zusammen mit der 6. Batterie B- Stellung errichtet. Feind bereits in Klein Mangelsdorf. Wir selber unter ständigem Beschuss, besonders die Kirche und die Straße nach Jerichow hinter uns. Stalin und T 34 Panzer im Vorgelände. Viele Feuerkommandos gegeben. Ein Feindpanzer außer Gefecht wird abgeschleppt. Dann schon buddelnde Iwans erkannt. Dauernd Feuerüberfälle ringsum uns. Infanteriefeuer immer näher kommend und zurückgehende Infanterie. Schließlich Feind unmittelbar vor dem Dorf und wir um 11.20 die B –Stellung aufgegeben. Einzeln zurückgeschlagen, Treffpunkt am Waldrand an der Straße. Ich durch das Dorf (Groß Mangelsdorf) zurück und auf die Straße. Kein Infanterist mehr zu sehen, nur im Rücken das Knattern. Durch mehrere Feuerüberfälle gekrabbelt bis zum Waldrand, dort Leutnant Bobert wiedergetroffen. Zigarette geraucht und auf die anderen vergebens gewartet. Links und rechts Geschützsprengungen und zurücklaufende Landser. Plötzlich noch eine Zugmaschine von Jerichow kommend, war keine 20 m aus dem Wald heraus, da ein rasendes MG - Feuer und MP´s. Der Fahrer sofort in den Graben und zu uns gekrabbelt. Ich mit Doppelglas am Dorfrand einen T 34 und dabei mehrere Iwans erkannt. Wir sofort im Feuer der automatischen Waffen im Straßengraben davongerobbt, 50 m vor uns die beiden Fahrer. Immer das widerliche Pfeifen der Geschosse um uns und der aufspritzende Dreck auf der Straße. Plötzlich der eine Fahrer liegengeblieben: Kopfschuss und sofort tot, kurz darauf der andere ebenfalls, hatten beide zu hoch aus dem Graben geragt. Wir natürlich tiefer gekrochen und über die beiden hinweg. Schließlich an einer Biegung der Straße aus dem Feuer herausgekommen und keuchend – ich hatte bei der tollen Hitze meinen Mantel an, eine Kartentasche und einen Brotbeutel, sowie eine Doppelglas- weitergelaufen. Links und rechts Einschläge. An der Heilstätte ein Feuerüberfall genau auf die Straße, wir beide in den schmutzigen Graben gesprungen. Gerade noch gesehen, wie eine Granate etwa 20 m vor uns genau auf der Grabensohle krepiert. Weitergerannt bis nach Jerichow. Tiefflieger. Unsern Stifte mit den Funkern gesucht, schließlich gefunden, hatten sich ähnlich durchgeschlagen. Hauptmann Hennig mit seinem Wagen getroffen, Lt. Bobert rein, ich auf den Kotflügel und los unter Granatwerfern zur Elbe. Feuerstellung nach Verschießen der letzten Munition mit Panzerfäusten samt meinem Rucksack gesprengt. Schließlich um 13.30 mit einem überladenen Kahn übergesetzt zu den Amerikanern. Kahn wieder zurückgerudert mit Spaten, neue eingestiegen (etwa 80 – 100) und wieder zum Amerikaner. Die Waffen abgegeben, leicht durchsucht und über den Elbdeich zu den andren auf eine feuchte Wiese. 14.00 also beim Amerikaner, in der Hoffnung auf baldige Heimkehr! Beste Laune, sogar Paule hatte seine Ziehharmonika gerettet, während ich nur das vorher erwähnte besaß. Gegessen, Schnaps getrunken. Alles bester Laune, dass es nun bald nach Hause geht. Abends Appell unsere Abteilung. Beförderungen und Auszeichnungen. Ansprache des Abteilungskommandeurs an die Reste seiner Abteilung, während auf dem Damm der amerikanische Posten auf und ab ging. …“wenn wir das Volk sehen, was uns hier in Schach hält … und die wollen uns besiegt haben? Sie können uns nicht imponieren! “ Die Ansprache endete mit: Heil Deutschland!, wobei er die rechte Hand hob wie früher! Da machte der Ami Radau und verhandelte mit ihm, ließ ihn aber ungeschoren. 22.00 am Elbdeich ohne Decke und ohne Zeltbahn eingeschlafen, um Mitternacht aber vor Kälte aufgewacht und an einem Feuer gewärmt. Kamerad Leutnant schleppte Brennmaterial heran. Rest der Nacht kaum geschlafen im Nebel. Der Russe erschien etwa eine bis eineinhalbe Stunde nach meiner Überfahrt an der Elbe und schoss noch auf die ins Wasser springenden, wobei noch viele ums Leben kamen oder ertranken.
Dienstag, 8.5.
5.00 aufgestanden. Gefrühstückt, dann an einem Tümpel gewaschen und rasiert. 10.00 alles angetreten. 10.40 Abmarsch hinter dem Elbdeich flussaufwärts (dabei vom Deich aus gefilmt worden) über Schelldorf zu einer Fähre bei Grieben gegenüber von Ferchland. Dachten mit Schiffen abtransportiert zu werden. Schließlich bemerkt, dass ein Schiff beim Iwan anlegt! Abhauen, aber wie. Hinter uns ein Gürtel von Panzern, Paks und Amerikanern. Zwecklos. Dann einen Elbkahn bestiegen. Keiner lachte mehr. Unten russische Kommissare in Motorbooten uns drohend. Endlich abgelegt und hinüber. (14.00) Am anderen Ufer eine Gruppe Iwans: Uhri, Uhri, Ringe, Ringe, Srevro (?) (es wird vermutet, der Begriff war „Serebro“ zu deutsch Silber) Ohne geplündert zu werden durchgekommen. Die Batterie immer noch einigermaßen zusammen, voran Lt. Möller und Pan Hofmann. Bei glühender Hintze in einem Strom von Soldaten über Derben und Parey bis Güsen marschiert. Dort in einer Ziegelei Unterschlupf für die Nacht gefunden. Ganz warm gegen 22.00 eingeschlafen.
Mittwoch, 9.5.
6.00 aufgewacht, dann weitergezogen durch Zerben und hinter dem Ort gefrühstückt. Über Ihleburg und Parchau nach Burg. Über den Kanal an der Knäckebrotfabrik vorbei. (15.20) In der Stadt Knäckebrot und Getränke von der rührenden Bevölkerung bekommen. Russen bei der Siegesparade. Hinter Burg 2 russische Offiziere mit Auto verunglückt!! Weitergelaufen über Reesen bis nach Hohenseeden. Dort Zählung. Auf einer Weide niedergelassen und in einem Gut Stroh geholt. Kurzes Abendessen. 21.15 eingepennt. Donnerstag, 10.5. (Himmelfahrt)
6.00 geweckt, etwas gefrühstückt und dann dawai, dawai. (8.15.) Über Parchen nach Genthin (zum zweiten Mal!) und weiter auf bekannter Straße bei entsetzlicher Hitze durch Kade und weiter bis Kade Bahnhof (Kader Schleuse). Ankunft circa 17.00. . Vorher in Kade von einem Iwan die Kartentasche (war ja russisch!) abgenommen bekommen, den Inhalt in einen Hafersack getan. Auf einem Feld in Hundertschaften eingeteilt und dann im Bach großes Badefest, Männlein und Weiblein. Es hatten sich nämlich uns Gefangenen viele Frauen und Mädchen aus Angst vor den Russen angeschlossen. Nichts zu Essen bekommen, unsere geringen bestände gehen zur Neige. Mit knarrenden Magen auf freiem Feld eingeschlafen gegen 22.00. .
Freitag, 11.5.
? aufgewacht. (Armbanduhr versteckt, Taschenuhr zerstört. Alle Uhren, Feldstecher, Waffen, Karten, Kompasse u.s.w. sollten abgeliefert werden). Ruhetag. Der Iwan weiß nicht wohin mit soviel Gefangenen (15 000 Mann). Erste Gerüchte von Verpflegung. Kommandant von allem einer der Armee Sydtlitz, ein Deutsch-Tscheche, ein brutaler Kerl mit Knüppel. Wir ziemlich Kohldampf, dafür erzählt Anton Helfferich, seines Zeichens Küchenchef im Hotel Bristol Berlin, von allerlei Genüssen. Alles vollkommen kaputt und zu nichts mehr fähig. Schreckliche Hitze und nichts zu trinken. Einige trinken das Wasser aus dem Bach, in dem 50 m oberhalb gebadet wird. Der Erfolg bleibt nicht aus. Mittags umgezogen auf die andere…
Der Bericht beginnt mit dem Hinweis auf eine „Eulenmühle“: Die Eulenmühle liegt 2 km östlich von Bücknitz an der Buckau. Bücknitz am Nordrand des Fläming. Nahe am Fiener gelegen, gegenüber von Rogäsen. Von Bücknitz aus führte die erste feste Wegverbindung durch den Fiener auf dessen Nordseite. Die Eulenmühle wird erstmalig 1552 als „Aulmuhle“ genannt. Auf einer Karte aus dem Jahr 1663 trägt sie den Namen „Ulemul“. Im Jahr 1820 wird sie als „Eulenmühle“ erwähnt. Sie ist eine Wasser-Mahl- und Schneidemühle mit einem Wohnhaus und 7 Bewohnern. Die „Eulenmühle“ war immer im Betrieb. Auch heute im Jahr 2005 ist sie eine funktionsfähige Schneidemühle. Die notwendige Stromversorgung wird durch Wasserkraft aus der Buckau gewährleistet. Sie ist auch eine sogenannte „Schaumühle“.
Quellen: 1. Sydlitz – Topographie des Regierungsbezirks Magdeburg, 1820 2. Heimatkunde Kreis Jerichow – Jerichow I, S. 105, 1894 3. G. Reichel, Wüstungskunde Kreis Jerichow, S. 374, Nr. 3 4. Wassermühlen – Kreis Ziesar 5. Angaben von Frau Anita Bohn, Groß Wusterwitz
Genthin, 22. Mai 2005 gez. Dieter Rohr
Dieter Rohr, Ortschronist in Genthin hatte auch mir diese Unterlagen zur Verfügung gestellt. Ich war aber noch nicht dazu gekommen, diese zu tippen. Danke an WüsteGobi
Magado-2 Wenn nicht anders ausgewiesen, dann Sammlung/Eigentum Magado Bilder/Beiträge dürfen "Nichtgewerblich" genutzt werden.
Zitat von Wüste Gobi im Beitrag #168Hallo, aus dem Wuster RAD Lager waren 1942/43 Arbeitsmaiden zum Kriegs-Hilfsdienst in Silva eingesetzt. Deshalb habe ich diesen Bereich auch in meiner Dokumentation eingearbeitet. In meinem Besitz ist ein Programm des Abschiedsabend vom 26. März 1943. Hänge es an. Desweiteren habe ich ein Foto vom ehemaligen Denkmal von 1965, welches nicht mehr vorhanden ist, weil es von Metalldieben entfernt wurde. Die Bildhauerin Ursula Schneider- Schulz hat das Dekmal geschaffen. Bilder dürfen nicht gewerblich genutzt werden. Gruß Wüste Gobi[[File:Programm März 1943.jpg|none|auto]
Seit Mai 2015 ist das Denkmal neu gestaltet, ein Hinweis auf den Diebstahl ist vorhanden.Bild entfernt (keine Rechte)Bild entfernt (keine Rechte) Gruß Wüste Gobi
Hallo, welche SS Einheit hier in Sandau am alten Wulkauerweg lag? Da SS sich im Sandauer Wald - zum Mühlenholz befunden hat, geh ich davon aus, das verschiedene Interessen sich hier geschnitten haben... Die im Wulkauerweg Weg hatten drei leere leicht gepanzerte Einachsanhänger zurückgelassen. Diese hatte sich mein Großvater auf drei verschiedenne Grundstücke geholt u. zwei davon vergraben, der dritte steht total verrottet noch auf einem ... In Sandau trafen sich laut Aussage meiner Großmutter hohe NS Funktionäre aus dem Raum Berlin, die Amerikaner sollen Listen gehabt haben, wer mit über die Elbe kommt..., die sollen nicht alle mitgenommen haben... Eine andere Zeitzeugen Aussage spricht von einem Flieger "Storch" der über bestimmtes Gebiet v. Sandau flog, mit den Flügeln gewackelt haben soll, verschwand u. wo dann die Granaten einschlugen u. das Spiel begann von vorne... Nach allem abwägen, vermute ich, dass die Amerikaner auf Grund v. Funksprüche auf der gegenüberliegenden Elbseite eintrafen....? Die Bevölkerung sollte offensichtlich durch den Beschuss als Zeugen rausgetrieben werden ... Hier in Sandau wurden mehrere behelfs Häuschen für ausgebombte "Berliner" ab ca 43 gebaut, der damalige Pfarrer wurde 43 v. der Gestapo verhaftet... Im Rathaus trafen Amerikaner - Polen u. Russen zum ersten mal zusammen...
Vermutlich ging es nicht nur um die Verteidigung v. Sandau, sondern um Zeit zu gewinnen bzw. ein Zeitfenster offen zuhalten... um die tatsächlichen Aktivitäten zu verschleiern, dies bleibt allerdings Spekulation...