Bei Durchsicht einer Ahnentafel aus dem Nachlass meiner Eltern habe ich folgende Aussage gefunden:
"George Erdmann Moltrecht, Sohn des Ackermanns u. Schulzen Johann Heinrich Moltrecht, vieljähriger Richter, Ackermann und Kirchvater in Gübs b. Magdeburg, geb. am 10.6.1729, gest. 28.11.1783 in Gübs.......allhier und anjetzo zu Felde liegender Soldat vom Braunschweigischen Regiment ........ist derjenige, welcher am 5.12.1757 in der Schlacht bei Borna i.Schles. dem "Alten Fritz" das Leben rettete, indem er ihm, der schon von Feinden umringt war, mit dem Säbel einen Ausweg verschaffte. Er bekam für seine Heldentat eine silberne Tabaksdose und wenn er in Magdeburg einritt musste stets die Wache salutieren."
Die Tabaksdose ist oder war wohl in einem Museum in Dessau-Roßlau oder auch in Magdeburg ausgestellt. Kennt jemand dieen Vorgang und kann die Aussage bestätigen? Ich bin gespannt auf Eure Antorten und danke schon jetzt dafür!
Hallo und Willkommen, also dazu weiß ich nix aber frag doch mal direkt im Museum an vielleicht hat Helmut auch eine Telefonnummer für dich. Ist nur ne Idee! Das Gaze hört sich aber spannend an!
Die angesprochene Ahnentafel wurde 1941/42 anläßlich der Heirat meiner Eltern erstellt und ich kenne die Quelle nicht. Es gibt viele "Anekdoten" über Friedrich........ Ich suche nach einer belastbaren Zweitquelle, damit man es vielleicht auch einmal veröffentlichen kann.
Kanst du von dem Dokument das auf den Inhalt der Ahnentafel vereist eine Ablichtung ins Forum stellen? Ich habe noch einen Genealogen als Experten eingeschaltet.
Magado-2 Wenn nicht anders ausgewiesen, dann Sammlung/Eigentum Magado Bilder/Beiträge dürfen "Nichtgewerblich" genutzt werden.
Super, aber weitere Recherche zur Story mit dem ollen Fritz konnte ich bisher nicht finden. Die Anmerkung auf der Ahnentafel muss aber eine Bezugsquelle haben, aber wo?
Ich würde gerne die Geschichte mit dem Alten Fritz bei Borne-Leuthen bei uns im Magazin HD4 als kleine Episode digital veröffentlichen.
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Zu mehreren "Rettungsaktionen" des Königs sind im Verlaufe der Zeit einige "ausschmückende" Erzählungen mit vielen "Rettern" überliefert. Belegbar sind zwei wesentliche Taten. Die eine nach der Niederlage in der Schlacht bei Kunersdorf am 12.08.1759. Der Rittmeister von Prittwitz und Gaffron mit 40 Husaren des Husaren-Regiments von Zieten soll hier F II gerettet haben. Zu den Details gibt es unterschiedliche Darstellungen. Irgend etwas ist aber daran, da der Offizier anschließend eine steile Karriere machte. Nun zu dem eigentlichen Thema: Der Ort Borne befindet sich tatsächlich auf dem Schlachtfeld von Leuthen. Zu Beginn des Kampfes marschierten hier u.a. 3 Grenadier-Bataillone (Manteuffel, Ramin und Wedel) und die Kavallerie der Avantgarde ( Husaren und Dragoner-Regiment Würtemberg) auf und begannen den Kampf gegen Kroaten und feindliche Kavallerie. Nun zu einigen Hintergründen: Der Ahne sollte "mit dem Säbel" den König gerettet haben. Wenn dem so wäre, wäre er bei der Kavallerie. Das Regiment "Alt Braunschweig" , dem er angehört haben soll, ein Infanterie-Regiment, ist auf diesem Teil des Kampfplatzes aber nicht gewesen. Eventuell folgende Erklärung dafür: Das Grenadier-Bataillon von Friedrich Ehrenreich von Ramin war zusammengesetzt aus je 2 Grenadier-Kompanien der Infanterie-Regimenter Kalckstein und Markgraf Carl. Nr. 19, welches ab 1763 " Braunschweig" hieß. ( Prinz Friedrich August von..) Also das passt schon mal. Er könnte Grenadier diese Bataillons gewesen sein. Von einer Gefährdung des Königs zu diesem Zeitpunkt ist allerdings nichts bekannt. Vielleicht spielte sich der Vorgang auch nach der Schlacht ab. Auf dem Weg nach Lissa wurde der König von eben auch diesen 3 Grenadier-Bataillonen begleitet, die Ihn hier aus einer Gefahr retteten. Dieser Gefahrenmoment ist zahlreich in der einschlägigen Fachliteratur beschrieben worden. Fazit: Alles recht glaubwürdig, wenn auch einige Details wahrscheinlich unkorrekt (Name des Regiments, Säbel Handhabung, eventuell Ort, vielleicht aber Ort richtig und Vorgang ist nicht überliefert) weiter gegeben wurden.
Wolfgang, super. Wir wissen nicht, auf welche Quelle sich die Anmerkung im genealog. Stammbaum bezieht. Es könnte sein, dass 1941/42 noch persönliche Dokumente existierten die heute verloren sind. Die aus der Anmerkung resultierende Aussage, dass die Torwachen salutieren mussen wenn unser Held in Magdeburg eitrat, ist auch so eine Sache. Welcher beliebige Posten konnte einen solchen Kerl erkennen, an was? Ein Ausweispapier mit der Anweisung des Königs? Oder ein besonderes Abzeichen? Diente die Tabakdose als Abzeichen???
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Meine Hochachtung @Spaen, saubere Arbeit und Darstellung.
Wobei ich anmerken möchte, dass solche Auszeichnungen (Tabakdose u.a.) für gezeigte Leistungen im Feld (zur damaligen Zeit) nicht unüblich waren. Nach der Schlacht von Hohenfriedeberg 1745 gab es durch F zwo eine Reihe von Auszeichnungen, darüber schmunzeln wir heute. So wurde ein Major ausgezeichnet, dass er unter "Pauken und Trompetenschall" im HQ seinem König die erbeuteten Trophäen vorführen durfte.
Die Frage stellt sich, woran haben die Kerls in Magdeburg den heldenhaften Tabakdosenträger erkannt, um zu präsentieren?
Die zivile Position von G.E. Moltrecht (Sohn des Schulzen, vieljähriger Richter, Kirchvater und Gutsbesitzer) deutet m.E. an, dass er auch beim Militär einen gewissen Rang, ich vermute einen gehobenen Unteroffziersrang, inne hatte. Er betrat Magdeburg auch nicht, sondern er "ritt ein", was natürlich auch für Kavallerie spricht. Wie war das damals im Magdeburger Umfeld: wurden die Gutsbesitzer im Kriegsfall zum Frohndient eingezogen? G.E. kann aufgrund seiner zivilen Tätigkeiten (auch aufgrund der vielen von ihm gezeugten Kinder....) kaum Berufssoldat gewesen sein.