Eine Frage konnte schon geklärt werden, Nach der Besetzung Gommens durch Truppen der Roten Armee diente die Wasserburg nicht als Gefängnis (NKWD) sondern als Quarantänestation Seucheninfizierter Flüchtlinge. Erst später wieder Haftanstalt.
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Mein Vater, Horst Wolter, wurde im April 1931 geboren, war also bei Kriegsende 14 Jahre alt. Er ist leider im November 2012 verstorben. Aus seinen Erzählungen kann ich nachfolgendes berichten.
1. Die Konfirmation meines Vaters soll Ostern in der Kirche von Gommern stattgefunden haben. Der Ostersonntag war der 01. April 1945. Auf dem Rückweg von Gommern nach Wahlitz soll es einen Fliegerangriff gegeben haben. Etwa am heutigen Abzweig der B 184 nach Gommern wurde Schutz in einem Bunker gesucht.
2. Eine Panzersperre war vor meinem elterlichen Grundstück auf der Magdeburger Straße 17a (B 184) in Wahlitz errichtet. Die Fahrbahnabsenkung war bis nach der Wende deutlich sichtbar.
3. Eine „Nebelkompanie“ war am Ortsrand von Wahlitz zum Schutz von Magdeburg stationiert. Der Standort befand sich zwischen der Bahnhofstraße und der Zufahrt zum Gewerbegebiet. Reste eines Bunkers sind teilweise noch erkennbar. Eine dazugehörige Baracke diente dem Ort bis etwa 1965 als Kindergarten.
4. Noch vor der Roten Armee soll ein Jeep mit US-Soldaten aus Richtung Pechau kommend in Wahlitz gewesen sein. Zwei Soldaten sollen hinten Rücken an Rücken gesessen haben und die Aktion so gesichert haben.
5. Anfang Mai erreichte die Rote Armee Wahlitz. Meine Großeltern betrieben die Gastwirtschaft „Wolters Gasthof“ mit dazugehöriger Landwirtschaft. Im Saal wurde ein Lazarett eingerichtet. Die Bewohner (meine Oma, 2 Töchter, mein Vater und 1 Tante) zogen in den Keller des Hauses, da die Gaststube und das Wohnhaus als Unterkunft und Kommandantur genutzt wurden. Auf dem Hof waren unzähliger Pferde und Soldaten untergebracht. Am 8. Mai soll es eine rauschende Siegesfeier gegeben haben. Einschusslöcher in der alten Wetterfahne der Scheune waren lange Zeit stiller Zeuge davon. Nach Abzug der Truppen im Sommer war mein Vater über 14 Tage damit beschäftigt, den kniehohen Pferdemist vom Hof zu entfernen.
6. Das „Rasthaus Klus“, an der gleichnamigen Brücke zwischen Wahlitz und Pechau, soll bei Kriegsende bewohnt und noch voll in Funktion gewesen sein. Kriegsschäden soll es dort nicht gegeben haben. Aus Angst vor Wehrwölfen und Plünderung sollen die damaligen Besitzer das Anwesen aufgegeben haben.
Weitere berichte gab es über eine Kinoveranstaltung und die Typhus-Impfung durch die rote Armee und den Brand der Gutsscheune. Diese Dinge geschahen aber nach Kriegsende.
Ich hoffe, dass ich Ihnen etwas weiterhelfen konnte, stehe für Rückfragen gerne zur Verfügung und verbleibe mit freundlichen Grüßen.
Heiner Wolter
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Der RAD-Mann Hans Pieper sollte mit seinen Kameraden so um den 13/14.4.45 die Großkampfbatterie Flak Randau besetzen. Wohl sollten die Flakgeschütze für den Erdkampf eingerichtet werden. Aber die waren bereits zum Weinberg Hohenwarthe abtransportiert, dort im Einsatz. Die Randauer Stellung war leer. Nur das Fu-MG war mit weiblichen Flakhelferinnen noch dort. Hier 2 Luftbilder der Randauer Flakstellung etwa aus dieser Zeit. Bild entfernt (keine Rechte)
Bild entfernt (keine Rechte)
Wer kann zu diesem Sachverhalt noch etwas beitragen???
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Den Zeitzeugenbericht von#73 Hans Pieper stellte freundlicherweise unser neues Mitglied lenn zur Verfügung. Damit können gleich mehrere Mosaikbausteine um Puzzle eingefügt werden. Damit bleibt auch dieser Bericht der Nachwelt erhalten und wird in die Dokumentation Kriegsende Magdeburg und Umgebung Eingang finden. Nochmals danke!!!
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N'abend, da wir uns mit dem Bereich Gomern beschäftigen, würde mich interessieren, gibt es Hinweise, Aufzeichnungen o.ä. Unterlagen über Exhumierungen der Engländer und Amerikaner in den späten 40'ziger und frühen 50'ziger Jahren in diesem Bereich? Es grüßt DFaB
Ein guter Falk, ein treuer Hund, ein edles Pferd sind mehr als tausend Taler wert !
Bisher habe ich solche Infos noch nicht erhalten. Die Gommeraner sind sehr verschlossen. Mein Zeitungsbeitrag brachte da auch noch keinen Durchbruch. Was noch nicht ist, kann ja noch werden....
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Die RAD-Einheit als Verteidiger Magdeburgs ist bei Gellermann 12.A Wenck erwähnt für Magdeburg. Dort aber die Bezeichnung Stärke und Zusammensetzung als nicht zu ermitteln angegeben.
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Welch ein Zufall... hier ein zweiter Bericht eines Zeitzeugen Dieter Wolff, der wohl zur gleichen RAD-Einheit gehörte, und wenn man beide Berichte vergleicht, gibt es viele Gemeinsamkeiten, doch lest selbst... Bild entfernt (keine Rechte) Bild entfernt (keine Rechte)
Bei solcher Forschung kommt Freude auf...
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Die beiden gehörten wohl eindeutig zum gleichen Haufen. Als Wolff das Malzbier organisierte verblieb Pieper im Lager und erlebte den Volltreffer mit. Zum Zeitpunkt der Gefangennahme scheint die Gruppe in Sudenburg verstreut gewesen zu sein. Zwei interessante Berichte, die bei mir natürlich Fragen aufwerfen. Aber erst einmal geht es in den Urlaub...
Na dann drücke ich Dir, Magado, mal die Daumen, dass sich doch noch ZZ oder deren Hinterbliebene bei Dir melden. Eine Frage hätte ich noch. Schon mal an anderer stelle im Forum erwähnt. Das Grab im Kreuzhorst. Wenn ich nichts durcheinander bringe, würde das hier Veröffentlichte bedeuten, dass mehrere umgekommene RAD-Angehörige/Soldaten dort beerdigt wurden. Oder? MfG Wirbelwind
Das kuriose, bei meinen Recherchen in Gommern meldeten sich ZZ. Aber es waren immer welche aus der Umgebung und niemals welche direkt aus Gommern. Es erweckt den Anschein, als gäbe es da keine alten Einheimischen mehr. Das kann aber nicht sein. Und deshalb glaube ich, das keiner reden will, warum auch immer. Beim Sachsen-Anhalt Tag in Gommern hatte ich die Möglichkeit mit vielen alten G zu sprechen, aber alle lehnten ab oder es kam "bin doch erst nach dem Krieg hier her gekommen...".
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Hallo Magado-2, ich vergaß Dir in meiner großen Freude in den letzten Tagen, Dir mitzuteilen, daß ich jetzt im festen Mailaustausch ,mit dem Leiter vom Gommerschen Klappspaten stehe und für das zu erstellende regionalgeschichtliche Gedenkbuch Landkreis Jerichower Land/Salzlandkreis ich mit seiner Unterstützung rechnen kann.