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#1 RE: Telegraphie aus militärischer Sicht von MAGADO-2 31.05.2012 09:34

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http://www.file-upload.net/download-4403...n-1835.pdf.html

Beschreibung der Telegraphen 1835

#2 RE: Telegraphie aus militärischer Sicht von seppel01 24.11.2012 22:23

tation 18: Neuwegersleben Telegraphenberg
1. Zuordnung

2008 Sachsen-Anhalt (ST), Landkreis Börde (BK, bis 2007 BÖ), Verwaltungsgemeinschaft Westliche Börde, Gemeinde Am Großen Bruch, OT Neuwegersleben
1835 Königreich Preußen, Provinz Sachsen, Regierungsbezirk Magdeburg, Kreis Groß Oschersleben, Ortsbereich Neuwegersleben, Stationsstelle 18 (H78: 46/47)
2. Namen

Stationsstelle ohne Namen (Statistische Übersicht 1835 in H78: 47), Keutenberg, Wegersleben, Telegrafenberg

Preussischen Urmesstischblatt


Großer Wegweiser

3. Lage, Adresse, Koordinaten, Höhe und Karte

Lage: auf dem Keutenberg, 1/8 Meile östlich, nach Hamersleben eingepfarrt (Handbuch Regierungsbezirk Magdeburg 1843).

„Auf dem Telegrafenberg bei Neuwegersleben“ (Grundbucheintrag, Anonymus 2007), ca. 1 km östlich von Neuwegersleben, an den Friedhof grenzend.
Der Landkreis Börde (Stationen 15–18) war als erster Kreis mit standardisierten Stationstafeln und Wegweisern zur Telegrafenlinie ausgestattet.

Adresse: Hornhäuser Straße

Koordinaten: 52°02'28,8" N, 11°06'16,2" O

Höhe: 99 m

#3 RE: Telegraphie aus militärischer Sicht von seppel01 24.11.2012 22:26

Neuwegersleben:
Optische Telegrafenstation Neuwegersleben

Im 19. Jahrhundert wurden in Preußen staatliche und militärische Nachrichten mit Hilfe der optisch-mechanischen Technik übermittelt. Dazu errichtete man Signalanlagen auf Gebäuden. Durch Rekonstruktion ist hier ein Stationsgebäude mit einer funktionsfähigen Telegrafenanlage entstanden, ergänzt mit einem Museum zur Geschichte und Technik der optischen Telegrafie.

#4 RE: Telegraphie aus militärischer Sicht von seppel01 27.01.2013 01:41

Telegrafenstation auf dem dach der Johanniskirche

Zwischen 1832 und 1850 wurde das Dach der Kirche von einer amtlichen preußischen Telegrapheneinrichtung genutzt. Im Jahr 1874, der elektrische Feuermelder war eingeführt, wurde der Türmer der Kirche von seiner Feuermeldepflicht entbunden. Er hatte bis dahin etwaiges Feuer und die Richtung des Brandes anzugeben.


Quelle:wiki

LG editha

#5 RE: Telegraphie aus militärischer Sicht von MAGADO-2 06.05.2013 12:05

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Ein Beitrag für uns von Günter Adlung

ANLÄSSLICH DES 180. JAHRESTAGES
DER EINFÜHRUNG DER OPTISCHEN TELEGRAPHIE IN PREUSSEN

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Kurzporträt des Generalmajors und Königlich
Preußischen Telegraphendirektors Franz August von Etzel (O’Etzel)
Geboren wurde von Etzel am 19. Juli 1784 zu Bremen. Zur Schule ging er unter anderem auf das Lyzeum in Potsdam. Erst recht spät trat von Etzel in das preu¬ßische Militär ein und zwar am 19. November 1810 (brandenburgisches Ulanen¬regiment (Nr. 3). 7. Juni 1811 Portepee-Fähnrich, 1811/12 Allgemeine Kriegs¬schule, 6. Februar 1812 zum Sekonde-Lieutenant befördert. 1813/15 machte er die sogenannten Befreiungskriege mit, Eisernes Kreuz II. Klasse verwundet (Erfurt), 1814 Hauptquartier Blücher, 1815 Premier-Lieutenant im Generalstab des Armeeoberkommandos Blücher, 1816 in Koblenz bei General von Müffling, 9. August 1817 Rittmeister und 1820 zum Großen Generalstab, 1827 Major,
6. März 1831 zum Generalstab des Generalfeldmarschalls Graf von Gneisenau versetzt. Ab 1. November 1832 mit den Direktionsangelegenheiten der opti¬schen Telegraphie beauftragt, 4. Februar 1835 zum Telegraphendirektor ernannt sowie Roter Adlerorden IV. Klasse, 30. März 1837 als Telegraphendirektor dem preußischen Generalstab aggregiert mit Rang eines Regimentskommandeurs,
30. März 1839 Oberstlieutenant und 10. September 1840 zum Oberst, Roter Adlerorden III. Klasse mit Schleife am 22. Januar 1843.
25. Juni 1846 preußische Adelsanerkennung und Erneuerung als „von Etzel“, mit Datum 27. März 1847 zum Generalmajor befördert und am 9. Mai 1848 mit Pension in den Ruhestand versetzt.
Franz August O’Etzel erlernte den Beruf eines Apothekers. Sein Vater war Großbürger und Kaufmann zu Bremen gewesen, später Packhofinspektor und Güterverwalter zu Potsdam. Vor Potsdam machte er in Tabakwarenfabrikation. Sohn Franz August O’Etzel (Sein Vater hatte die gleichen Vornamen) blieb nicht beim Apothekerberuf, sondern wechselte in das Berg- und Hüttenfach. Studiert hatte er in Berlin bis 1803, war Leiter eines Labors im französischen Arceuil, lernte viele bedeutende Leute kennen und begleitete Alexander von Humboldt 1805 nach Neapel. Reiste wieder durch Frankreich und kam über Holland, Bremen und Hamburg nach Berlin zurück. Promoviert hatte er dann in Wittenberg zum Dr. phil. und als Assistent des Bergrates Dr. Richter im Labor für Farben der Königlichen Porzellanmanufaktur in Berlin angestellt. Die Stel¬lung im Dienste des Staates tauschte er mit der Staatsprüfung zum Apotheker und erwarb die Apotheke „Zum gekrönten Schwarzen Adler“ in der Berliner Poststraße (1808 bis 1810). Zu dieser Zeit kam er mit den deutschen Patrioten in Berührung, war mit Friesen befreundet und begeistert von Jahn. Diese Begeben¬heiten waren wohl auch der Anstoß für Franz August O’Etzel zum Militär zu gehen. Beim Eintritt war er schon 26 und drei Jahre verheiratet. O’Etzel war überaus allseitig gebildet und wurde 1811 als Portepeefähnrich zur Allgemeinen Kriegsschule kommandiert. Auf der Schule war dann Scharnhorst sein Lehrer. Den Feldzug von 1813 machte er im Korps York und dann bei Blücher mit. In Paris wird er nach der Einnahme der Stadt zum Platzmajor ernannt. 1820 wird O’Etzel als Rittmeister zum Großen Generalstab befohlen und gleichzeitig Leh¬rer an der Allgemeinen Kriegsschule in den Fächern Terrainlehre und Militär-geographie. Auch war er in den Jahren 1820 bis 1828 als Leiter der Geodätischen Arbeiten bei der Landvermessung tätig. 1828 zum Major befördert stellt ihm am 19. Januar 1831 der General von Krauseneck ein überaus großes Lob aus. Als durch AKO vom 21. Juli 1832 der Aufbau einer optischen Telegraphenlinie befohlen worden war, wurde O’Etzel den Auftrag dieselbe einzurichten. Sie sollte von Berlin über Magdeburg, Paderborn, Köln nach Koblenz führen. Auf Anfrage stimmte die Akademie der Wissenschaften dem Wunsche nach Überlassung der Plattform der Berliner Sternwarte zwecks Mitbenutzung durch die optische Telegraphie zu. O’Etzel hatte sich mit der Errichtung usw. der Telegraphenlinie ein bleibendes Denkmal gesetzt. 1834 studierte er in Paris die französische optische Telegraphie und arbeitete fernerhin mit Erfolg an der Entwicklung der elektro-magnetischen Telegraphie in Preußen . Das Jahr 1840 brachte O’Etzel den Rang eines Oberst ein. Den von ihm entwickelten elektro-magnetischen Telegraphen stellte er dem König Friedrich Wilhem IV. vor. Dieses brachte ihm 1846 die Erlaubnis ein, den von den Vorfahren in Irland geführten Adelstitel O’Etzel wieder anzunehmen. Das Jahr 1846 war gesundheitlich kein gutes, denn er erlitt infolge der Überarbeitung in den letzten Jahren einen Schlaganfall. Allen Widrigkeiten in Punkto Gesundheit zum Trotz, raffte er alle noch verbliebenen Kräfte zusammen und führte seine Arbeiten weiter. Im Jahre 1847 wurde er zum Generalmajor befördert. Die Hoffnung auf Wiederherstellung seiner Gesundheit sollte sich leider nicht erfüllen. Se. Majestät König Friedrich Wilhelm schickte O’Etzel 1848 in den wohlverdienten Pensions-Ruhestand. Zwei Jahre später am 25. Dezember 1850 sollte ein zweiter Schlaganfall das Leben des verdienten hochgeehrten Mannes vollenden.
O’Etzel hatte im Laufe der Zeit einige geographische und militärische Abhand¬lungen größeren Umfanges veröffentlicht. Das Werk „Terrainlehre“ brachte ihm die kleine Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft ein. Auch war er Co-Bearbeiter des Werkes über den 7jährigen Krieg, welches der Generalstab erar¬beiten ließ und herausgegeben hatte.
Nach dem Tode des Militärreformers Clausewitz unterstützte General O’Etzel die Witwe bei der Veröffentlichung der schriftlichen Hinterlassenschaft ihres Mannes. O’Etzel war auch einer der Gründer der Geographischen Gesellschaft zu Berlin, als deren Direktor er mehrere Jahre vorstand. Eine weitere Mitglied¬schaft war seit 1825 die im Verein zur Beförderung des Gewerbefleißes in Preu¬ßen. Stadtverordneten-Stellvertreter in Berlin war er von 1827 bis 1828.
Aufgeschrieben nach Kurt von Priesdorff „Soldatisches Führertum“, Band 6, Hamburg, o. J.
Günter Adlung, Magdeburg
Porträt folgt

#6 RE: Telegraphie aus militärischer Sicht von MAGADO-2 06.05.2013 21:42

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dreamies.de

Das Bildnis von O'Etzel auch aus obiger Quelle
G. Adlung

#7 RE: Telegraphie aus militärischer Sicht von hadischa 17.08.2013 15:18

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1832 wurde die Johanniskirche zur Nachrichtenzentrale

Standort Nr. 14 der Telegraphenlinie Berlin-Coblenz
Bild entfernt (keine Rechte)

1830 reagierte Preußen mit dem Bau einer Telegraphenlinie, die Franzosen waren da schon fleißiger und hatten schon 1794 eine Linie mit 22 Stationen. Der bau erfolgte in zwei Schritten, der erste war Berlin - Magdeburg. Die Magdeburger Station trug die Nummer 14 und wurde im November 1832 in Testbetrieb genommen. Die ges. Linie Berlin - Coblenz hatte am Ende 62 Stationen auf 588 km.
Entfernung zwischen den Stationen ein bis zwei Meilen (7,5 bzw. 15 km). Die Magdeburger Station befand sich auf dem Dach der Johanniskirche, der Mast soll eine Höhe von 27 Fuß(etwa 8,10 m) gehabt haben. Am Mast befanden sich drei Winkerpaare mit einer Länge von sechs Fuß(ca. 1,74m) sowie eine Breite von einem Fuß(ca. 0,33m). Bewegt wurden diese über sechs Rollen. Mit den drei Winkerpaaren konnten mittels Flügelstellung 4096 Zeichen übermittelt werden. Der schnellste Rekord sollen 30 Worte in 90 Minuten von Berlin nach Köln am 17. 03. 1848 gewesen sein.
Weitere technische Detail siehe dieses Thema.

Quelle: Märkische Volksstimme vom 17.08.2013/Beitrag Günter Adlung/Heimatgeschichte

#8 RE: Telegraphie aus militärischer Sicht von MAGADO-2 17.08.2013 15:26

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Und auch unser Magazin "Heinrich-Dora-4 Magdeburg" Ausgabe 1

#9 RE: Telegraphie aus militärischer Sicht von hadischa 17.08.2013 15:30

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Militärische Organisation der Telegraphenlinie

Die preußische optische Telegraphie war militärisch organisiert. In Magdeburg war der Sitz der zweiten Inspektion, Zuständig auch für die Stationen 10 (Dretzel südlich Genthin) bis 19 (Pabstdorf, nordwestlich von Halberstadt). Das Personal setzte sich aus gedienten Militärs zusammen.
Telegraphendirektor (TD), Obertelegrapheninspektoren (Ober-I), Telegrapheninspektoren (Insp.), Inspektionsassistenten (IA), Sekretä/Rechnungsführer, Kanzlist (Oberbeamter).
Die Besatzung jeder Station umfasste: 1 Offizier, 1 Ober-und Untertelegraphist sowie Hilfskräfte für den Betrieb und der Wartung. Treue und Verschwiegenheit war oberstes Gebot.
Das preußische Telegraphencorps bestand wohl aus 170 (andere sprechen von 200) Mitarbeitern.
Finanziell waren die Telegraphisten gut gestellt, ein Obertelegraphist bekam ein Jahressalär von 315 Thalern, ein Schullehrer nur 65 Thaler.
1849 wurde der Betrieb eingestellt und es erfolgte der Rückbau der Anlagen. Die elektrische telegraphie übernahm diese Aufgaben.

Quelle: Märkische Volksstimme vom 17.08.2013/Beitrag Günter Adlung/Heimatgeschichte

#10 RE: Telegraphie aus militärischer Sicht von hadischa 11.01.2014 11:39

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Der Artikel von G. Adlung in der Magdeburger Volksstimme




Quelle: Magdeburger Volksstimme vom 11.01.2014

[ Editiert von Administrator hadischa am 11.01.14 11:43 ]

#11 RE: Telegraphie aus militärischer Sicht von MilitariaMD 11.01.2014 12:31

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In Alten-Grabow gab es auch solch Anlage..ein Schild steht heute noch im Dorf..

#12 RE: Telegraphie aus militärischer Sicht von 27.04.2014 20:25

Hier sind auch die Besatzungslisten vermerkt

http://stadtgeschichte-magdeburg.xobor.d...henstation.html

#13 RE: Telegraphie aus militärischer Sicht von MAGADO-2 14.03.2016 13:33

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Hier ein Plan von 1870 mit den Telegrafenleitungen die vom Fürstenwall ausgingen...
Bild entfernt (keine Rechte)

#14 RE: Telegraphie aus militärischer Sicht von mieze 03.08.2019 06:47

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Die preußische Telegrafenstation 14

Bild entfernt (keine Rechte)

#15 RE: Telegraphie aus militärischer Sicht von mieze 03.08.2019 06:48

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Bild entfernt (keine Rechte)

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