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#1 Führerbefehl 11 für die Kampfkommandanten befestigter Orte im Endkampf (MD war zur Festung erklärt) von MAGADO-2 20.07.2020 20:44

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Der Führer H. Qu., den 8.3.1944

Führerbefehl Nr.11
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(Kommandanten der festen Plätze und Kampfkommandanten)

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Die festen Plätze sollen die gleichen Aufgaben wie die früheren Festungen erfüllen. Sie haben zu verhindern, dass der Feind diese operativ entscheidenden Plätze in Besitz nimmt. Sie haben sich einschließen zu lassen und dadurch möglichst starke Feindkräfte zu binden. Sie haben dadurch mit die Voraussetzung für erfolgreiche Gegenoperationen zu schaffen.

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Der Kommandant des festen Platzes haftet mit seiner Soldatenehre für die Erfüllung seiner Aufgaben bis zum letzten.
Nur der O.B. der H. Gr. persönlich kann mit meiner Genehmigung den Kommandanten von seinen Aufgaben entbinden und eine etwaige Aufgabe des festen Platzes anordnen.

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Die Aufgaben des Kommandanten des festen Platzes sind:
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1.) den ihm anvertrauten festen Platz für die Verteidigung vorzubereiten unter rücksichtsloser Ausschöpfung aller Möglichkeiten,
2.) den ihm anvertrauten festen Platz mit der Sicherheitsbesatzung gegen handstreichartige Überfälle oder örtliche Teilangriffe des Gegners zu verteidigen, sich bei ungünstiger Entwicklung der Lage einschließen zu lassen und bis zum letzten zu halten,
3.) den ihm anvertrauten festen Platz nach Eintreffen der für die Verteidigung vorgesehenen Gesamtbesatzung endgültig auch bei stärksten geschlossenen Feindangriffen zu verteidigen, sich gegebenen falls einschließen zu lassen und bis zum letzten zu halten.


Adolf H i t l e r






















Geheime Kommandosache


D e r F ü h r e r H. Qu. OKH, den 8. März 1944
Oberkommando des Heeres 44 Ausfertigungen

Führerbefehl Nr. 11
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(Kommandanten der festen Plätze und Kampfkommandanten)

Auf Grund verschiedener Vorfälle befehle ich:
1.) Es ist zu unterscheiden zwischen:
„festen Plätzen“ unter je einem „Kommandanten des festen Platzes“ und „Ortsstützpunkten“
unter je einem „Kampfkommandanten“ . Die „festen Plätze“ sollen die gleichen Aufgaben
wie die früheren Festungen erfüllen Sie haben zu verhindern, daß der Feind
diese operativ entscheidenden Plätze in Besitz nimmt. Sie haben sich einschließen zu lassen
und dadurch möglichst starke Feindkräfte zu binden. Sie haben dadurch die Voraussetzung
für erfolgreiche Gegenoperationen zu schaffen. Die „Ortsstützpunkte“ sollen bei feindlichen
Durchbrüchen zäh verteidigte Stützpunkte in der Tiefe der Kampfzone
sein. Bei ihrer Einbeziehung in die HKL sollen sie den Rückhalt der Abwehr und bei
feindlichen Einbrüchen die Angelpunkte und Eckpfeiler der Front und die Ausgangspunkte
für Gegenangriffe bilden.
2.) Der „Kampfkommandant des festen Platzes“ soll ein besonders ausgesuchter, harter Soldat
sein und möglichst im Generalsrang stehen. Seine
Ernennung erfolgt durch die betr. Heeresgruppe. Der Kommandant des festen Platzes ist
persönlich durch den O.B. der H. Gr. zu verpflichten. Der Kommandant des festen Platzes
haftet mit seiner Soldatenehre für die Erfüllung seiner Aufgaben bis zum letzten. Nur der
O.B. der H. Gr. persönlich kann mit seiner Genehmigung den Kommandanten des festen
Platzes von seinen Aufgaben entbinden und eine etwaige Aufgabe des festen Platzes
anordnen. Der Kommandant des festen Platzes untersteht dem O. B. der H. Gr. bzw. der
betr. Armee, in deren Bereich der feste Platz liegt. Eine weitere
Unterstellung unter Kommandierenden Generalen darf nicht erfolgen. Dem Kommandanten
des festen Platzes unterstehen außer der Sicherheits- und Gesamtbesatzung aller darüber
hinaus in dem festen Platz befindlichen oder sich sammelnden Personen, ganz
gleich ob Soldat oder Zivilisten und unbeschadet ihres Dienstranges oder ihrer Dienststellung.
Der Kommandant des festen Platzes hat Wehrmachtsbefugnisse und die Disziplinarstraf-
gewalt eines Kommandierenden Generals. Zur Durchführung seiner
Aufgabe sind ihm fliegende Kriegsgerichte und Standgerichte beizugeben. Der Stab des
Kommandanten des festen Platzes ist durch die betr. H. Gr. auf dem Kdo.-Wege zu bilden.
Die Besetzung der Chef – Stelle erfolgt durch OHK auf Antrag der H. Gr.

3.) Die Besatzung des festen Platzes gliedert sich in
------------ Sicherheitsbesatzung und Gesamtbesatzung.
Die Sicherheitsbesatzung
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muß dauernd in dem festen Platz vorhanden sein. Ihre Stärke ist
von dem O.B. der H. Gr. festzulegen. Sie richtet sich nach der Größe
des Platzes und nach den ihr obliegenden Aufgaben (Vorbereitung und Ausbau der Vertei-
digung, Halten des festen Platzes gegen handstreichartige Überfälle oder örtliche Teilan-
griffe des Feindes).
Die Gesamtbesatzung
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muß dem Kommandanten des festen Platzes so rechtzeitig zugeführt werden, daß sie vor
drohendem planmäßigen Angriff des Feindes die Verteidigungsstellungen in Ordnung
bezogen hat und eingewiesen ist. Ihre Stärke ist von dem O.B. der H. Gr. je nach der Größe
des festen Platzes und der ihr zufallenden Aufgabe (entscheidende Verteidigung des festen
Platzes) festzulegen.
4.) Der „Kampfkommandant“
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ist ein Organ des Truppenführers. Er wird von diesem eingesetzt, untersteht ihm und
bekommt von ihm seinen Kampfauftrag. Sein Rang richtet sich nach des Bedeutung des
Ortes in der Kampfzone und der Stärke der Besatzung. Seine Aufgaben verlangen
besonders energische und kriegsbewährte Offiziere.
5.) Die Stärke der Besatzung
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des „Ortsstützpunktes“ richtet sich nach der Bedeutung des Ortes und den zur Verfügung
stehenden Kräften. Sie ist durch die dem Kampfkommandanten vorgesetzte Dienststelle zu
befehlen.
6.) Aufgabe
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der „Kommandanten der festen Plätze“ und der „Kampfkommandanten“ sowie ein
Verzeichnis der festen Plätze und die von den Heeresgruppen einzureichenden Meldungen
enthalten die Anlagen.
7.) Alle bisher über Kampfkommandanten gegebene Befehle treten hiermit außer Kraft.

A d o l f H i t l e r.




Aufgaben und Richtlinien für den Kommandanten eines festen Platzes.
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I. Aufgaben des Kommandanten des festen Platzes sind:
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1.) den ihm anvertrauten festen Platz für die Verteidigung vorzubereiten unter rücksichtsloser Ausschöpfung aller Möglichkeiten,
2.) den ihm anvertrauten festen Platz mit der Sicherheitsbesatzung gegen handstreichartige
Überfälle oder örtliche Teilangriffe des Gegners zu verteidigen, sich bei ungünstiger Ent-
wicklung der Lage einschließen zu lassen und bis zum letzten zu halten,
3.) den ihm anvertrauten festen Platz nach Eintreffen der für die Verteidigung vorgesehenen
Gesamtbesatzung endgültig auch bei stärksten geschlossenen Feindangriffen zu
Verteidigen, sich gegebenenfalls einschließen zu lassen und bis zum letzten zu halten.
Sollten die vorstehenden Anordnungen über Sicherheits- und Gesamtbesetzung auf Grund der Lage nicht erfüllt werden können, so ist der Kommandant des festen Platzes verpflichtet, rechtzeitig dem O.B. der H. Gr. bzw. der Armee Meldung zu erstatten. Der O.B. der H. Gr. hat sodann zu entscheiden, ob eine Änderung der Aufgabe des Kommandanten des festen Platzes bei mir zu beantragen und sodann von ihm zu befehlen ist. Solange eine solche nicht erfolgt ist, bleiben die Aufgaben des Kommandanten des festen Platzes in vollem Umfang auch unter solchen erschwerten Umständen bestehen.

II. Bei der Vorbereitung der Verteidigung ist zu beachten:

1.) Der Ausbau der Ortsverteidigung
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ist mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln unter Heranziehung aller in den betreffenden
Ort liegenden Truppenteile und weitgehenden Einsatz der Zivilbevölkerung vorwärtszu-
treiben. Es sind zunächst Stellungen für die Sicherheitsbesatzung, sodann Stellungen zur
Aufnahme der Gesamtbesatzung zu schaffen.
2.) Die Sperrrung
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der wichtigen Straßen, Sprengung der Brücken und sonstige Zerstörungen sind vorzubereiten.
Der Schwerpunkt ist auf die Panzerabwehr zu legen.
3.) Für jeden Verteidigungsabschnitt und Stützpunkt ist eine kurze schriftliche Kampfanweisung
aufzustellen. Sie enthält Auftrag und Richtlinien für die Kampfführung. In jeder
Kampfanweisung ist auf den befehl zum Halten des Stützpunktes bis zu letzt, auch im Falle
der Einschließung hinzuweisen. Ein Abweichen hiervon nur auf Befehl des Kommandanten
des festen Platzes.
4.) Die Nachrichtenverbindung
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zu jedem Stützpunkt ist sicherzustellen. (Nicht nur Fernsprecher, sondern Melder, Sicht-
zeichen, wenn möglich Funk).

5.) Alarmierung und Besetzen der Stellung
--------------- --------------------------
sind kalendermäßig vorzubereiten. Alarmübungen sind regelmäßig durchzuführen. Bei
häufigen Belegungswechsel sind Einweisung der Führer und Probealarm von besonderer
Bedeutung.
6.) Der Kommandant des festen Platzes ist für die Aufstellung von Alarmeinheiten verant-
wortlich. Alle Dienststellen sind dazu heranzuziehen. Ihre Ausbildung, insbesondere in der
Panzernahbekämpfung ist energisch zu betreiben. Panzervernichtungstrupps sind aufzu-
stellen und auszubilden. Auch der letzte deutsche Mann ist ohne Rücksicht auf seine Ausbil-
dung und Dienststellung zu erfassen und im Alarmfall zum Kampf einzusetzen.
7.) Der Bevorratung
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des festen Platzes und der einzelnen Stützpunkte ist vorausschauend durchzuführen. Sie ist
durch den Kommandanten des festen Platzes ständig zu überprüfen und auf der erforderlichen
Höhe zu halten.
8.) Eingehende Einweisung des Nachfolgers oder Vertreters
---------------------------------------------------------------------
des Kommandanten des festen Platzes ist erforderlich. Der Vertreter des Kommandanten des
festen Platzes muß von nicht mit seinen Aufgaben als Kommandant des festen Platzes zu ver-
einbarenden Verpflichtungen während der Dauer der Vertretung entbunden werden. Er ist für
diese Zeit voll verantwortlicher Kommandant des festen Platzes mit allen Vollmachten.

III. Bei der Durchführung der Verteidigung ist zu beachten:
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1.) Der Kommandant der festen Plätze sind für die geregelte Durchführung durch ihren Bereich laufender Räumungs- und Rückzugsbewegungen verantwortlich. Sie haben die Entstehung von Paniken zu verhindern. Fliegende Kriegsgerichte und Standgerichte sind
ihnen hierfür beizugeben.
2.) Ist nach der Lage an der Front mit Durchbrüchen zu rechnen, so ist der feste Platz zu alarmieren. Alarmposten sind weit hinauszuschieben.
3.) Der Kommandant des festen Platzes muß bei Eindringen des Feindes unter allen Umständen die Gesamtführung in der Hand behalten.
4.) Bewegliche Reserven
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- auch wenn sie noch so schwach sind – zur Bekämpfung in den Ort eingedrungener
Feindkräfte und für Gegenstöße sind zur Verfügung des Kommandanten des festen
Platzes bereitzuhalten. In Reserve gehaltene Panzervernichtungstrupps sind zur Ver-
nichtung einzelner in den Ort hineingefahrener Panzer anzusetzen. Panzerbekämpfung
in den Straßen ist besonders wirksam!










Anlage 2
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zu OKH / Gen StdH /Op Abt. (I)
Nr. 2434 /44 g.K. v.8.3.

Aufgaben und Richtlinien für den Kampfkommandanten
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I. Die Aufgabe des Kampfkommandanten ist:
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den Orsstützpunkt mit allen Mitteln zäh zu verteidigen und dadurch die Voraussetzung für
erfolgreiche Weiterführung des Kampfes in seinem Frontabschnitt zu schaffen.
Der Befehl der vorgesetzten Dienststelle hat klat zu regeln, ob der Kommandant sich gegeben-
enfalls einschließen lassen oder rechtzeitig ausweichen soll.

II. Bei der Vorbereitung der Verteidigung ist zu beachten:
-------------------------------------
1.) Der Ausbau der Ortsverteidigung
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ist mit allen zur Verfügung stehenden Mittel unter Heranziehung aller in dem betreffenden
Ort liegenden Truppenteilen und weitgehendem Einsatz der Zivilbevölkerung vorwärts-
zutreiben. Es sind zunächst Stellungen für die Ortsbesetzung, sodann Stellungen zur Auf-
nahme weiterer Truppen zu schaffen.
2.) Die Sperrung
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der wichtigsten Straßen, Sprengung der Brücken und sonstige Zerstörungen sind
vorzubereiten. Der Schwerpunkt iat auf die Panzerabwehr zu legen.
3.) Für jeden Verteidigungsabschnitt und Stützpunkt ist eine kurze schriftliche Kampfanweisung
aufzustellen. Sie enthält Auftrag und Richtlinie für die Kampfführung. In jeder Kampfanwei-
sung ist auf den Befehl zum Halten des Stützpunktes bis zuletzt, auch im Falle der Einschlie-
ßung, hinzuweisen. Ein Abweichen hiervon nur auf Befehl des Kampfkommandanten.
4.) Die Nachrichtenverbindung
----------------------------
zu jedem Stützpunkt ist sicherzustellen. (Nicht nur Fernsprecher, sondern Melder, Sicht-
zeichen, wenn möglich Funk).
5.) Alarmierung und Besetzen der Stellung
--------------- ---------------------------
sind kalendermäßig vorzubereiten. Alarmübungen sind regelmäßig durchzuführen. Bei
häufigem Belegungswechsel sind Einweisung der Führer und Probealarm von besonderer
Bedeutung.
6.) Der Kampfkommandant ist für die Aufstellung von Alarmeinheiten verantwortlich. Alle
Dienststellen sind dazu heranzuziehen. Ihre Ausbildung insbesondere in der Panzernah-
bekämpfung ist energisch zu betreiben. Panzervernichtungstrupps sind aufzustellen und
auszubilden. Auch der letzte deutsche Mann ist ohne Rücksicht auf seine Ausbildung und
Dienststellung zu erfassen und im Alarmfall zum Kampf einzusetzen.
7.) Die Bevorratung
----------------
des Ortsstützpunktes und der einzelnen Stützpunkte ist vorausschauend durchzuführen. Sie
ist durch den Kampfkommandanten ständig zu überprüfen und auf der erforderlichen Höhe
zu halten.
8.) Eingehende Einweisung des Nachfolgers oder Vertreters
---------------------------------------------------------------------
des Kampfkommandanten ist erforderlich. Der Vertreter des Kampfkommandanten muß von
nicht mit seinen Aufgaben als Kampfkommandant zu vereinbarenden Verpflichtung
während der Dauer der Vertretung entbunden werden. Er ist für diese Zeit voll verantwort-
licher Kampfkommandant mit allen Vollmachten.
III. Bei der Durchführung der Verteidigung ist zu beachten:
------------------
1.) Die Kampfkommandanten sind für die geregelte Durchführung durch ihren Bereich
laufender Räumungs- und Rückzugsbewegungen verantwortlich. Sie haben die Entstehung von Panik zu verhindern.
2.) Ist nach der Lage an der Front mit Durchbrüchen zu rechnen, so ist der Ortsstützpunkt zu
Alarmieren. Alarmposten sind weit hinauszuschieben.
3.) Der Kampfkommandant muß bei Eindringen des Feindes unter allen Umständen die
Gesamtführung in der Hand behalten.
4.) Bewegliche Reserven - auch wenn sie noch so schwach sind- zur Bekämpfung in den Ort eingedrungene,Feindkräfte und für Gegenstöße sind zur Verfügung des Kampfkommandanten bereitzuhalten. In Reserve gehaltene Panzervernichtungstrupps sind zur Vernichtung einzelner in den Ort hineingefahrener Panzer anzusetzen. Panzernahbekämpfung in den Straßen ist besonders wirksam!


Bundesarchiv Milit. Arch. Freiburg

eine teddytianische Abschrift

#2 RE: Führerbefehl 11 für die Kampfkommandanten befestigter Orte im Endkampf (MD war zur Festung erklärt) von MAGADO-2 21.07.2020 19:57

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Diese Dokumente wurden bisher nirgendwo veröffentlicht.

#3 RE: Führerbefehl 11 für die Kampfkommandanten befestigter Orte im Endkampf (MD war zur Festung erklärt) von wirbelwind 21.07.2020 20:29

Hallo,
schon mal sehr interessant nachlesen zu können, was den Gröfaz in der Endphase strategisch und taktisch so umgetrieben hat. Leider hielt er von elastischer Kriegsführung/Verteidigung nicht viel und war gegen jegliche Beratung in diese Richtung weitest gehend resistent. Mit bekanntem Ergebnis. Truppen wurden an den ,,festen Plätzen" gebunden. Ausbruch oft nicht möglich bzw. unter hohen Verlusten an Menschen und Material, was in den letzten Monaten kaum noch zu ersetzen war.
MfG Wirbelwind

#4 RE: Führerbefehl 11 für die Kampfkommandanten befestigter Orte im Endkampf (MD war zur Festung erklärt) von MAGADO-2 21.07.2020 20:38

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Du hast Recht, aber deshalb hab ich es hier nicht reingestellt. Die Befehle und durchführungsbestimmungen erklären all das, was bisher nirgeds erfolgte. Heute geistern nur die Meinungen herum, warum mussten"die" noch bis zum Letzten kämpfen bzw kämpfen lassen! Diese Frage hinterfragt niemand. Waren doch alle an den Befehl gebunden, vom General bis zum Landser. Wer hätte da einfach so sas anderes entscheiden können ohne seinen Kopf zu riskieren?
In den Instruktionen werden erstmalig alle Kompitenzen und Hirarchien in den Zuständigkeiten dargelegt. Die Geschichtsschreibung hatte bisher dazu keine eindeutigen Erklärungen präsentiert, außer dioe Sinnlosigkeit in dieser Kriegsphase.

#5 RE: Führerbefehl 11 für die Kampfkommandanten befestigter Orte im Endkampf (MD war zur Festung erklärt) von wirbelwind 21.07.2020 20:45

Das ist ebenfalls ein sehr wichtiger Aspekt, Magado. Warum das die Geschichtsschreibung nicht entsprechend bisher gewürdigt hat, ist mir ebenfalls schleierhaft.

MfG Wirbelwind

#6 RE: Führerbefehl 11 für die Kampfkommandanten befestigter Orte im Endkampf (MD war zur Festung erklärt) von MAGADO-2 21.07.2020 20:48

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Für uns ist doch die Aufgabe klar --- Erklärungen in alle Richtungen zu finden. Und was ist da am besten geeignet? Naklar, der Wortlaut der Befehle.

#7 RE: Führerbefehl 11 für die Kampfkommandanten befestigter Orte im Endkampf (MD war zur Festung erklärt) von MAGADO-2 21.07.2020 20:50

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Man muss schon sehr genau lesen, und dann verteht man den Sinn im Unsinn!

#8 RE: Führerbefehl 11 für die Kampfkommandanten befestigter Orte im Endkampf (MD war zur Festung erklärt) von wirbelwind 22.07.2020 21:27

Hallo,
wenn etwas mehr Zeit ist, knöpfe ich mir die ausgebuddelten Befehle nochmal vor, den bisher gab es ja dazu nur vereinzelte Anmerkungen/Interpretationen. Befehle im Original selten. Vor Jahren mal den ,,Nero-Befehl". Interessant ist es sicherlich, zu sehen, wie in Magdeburg und Umgebung besagte Befehle umgesetzt wurden. Manche Entscheidung aus dieser Zeit wird unter Umständen nachvollziehbarer.

MfG Wirbelwind

#9 RE: Führerbefehl 11 für die Kampfkommandanten befestigter Orte im Endkampf (MD war zur Festung erklärt) von MAGADO-2 22.07.2020 21:30

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Ja in und um Magdeburg kam der Nero-Befehl glücklicherweise nicht zum Einsatz. Die Rüstungsbetriebe waren ja bereits weitgehend zerstört. Die Brückensprengungen mal außer acht gelassen, die waren taktische ausführungen um die Elbe zu sperren.

#10 RE: Führerbefehl 11 für die Kampfkommandanten befestigter Orte im Endkampf (MD war zur Festung erklärt) von Linse 23.07.2020 22:10

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Auf jeden Fall wahnsinnig interessant. Und genau die Würdigung von Ursache und Wirkung sowie die Deutlichmachung der Hierarchie macht doch die Aufarbeitung bzw. die Zuordnung auf Magdeburg so spannend. Wieder mal echter Goldstaub, der hier zu lesen ist.

#11 RE: Führerbefehl 11 für die Kampfkommandanten befestigter Orte im Endkampf (MD war zur Festung erklärt) von MAGADO-2 24.07.2020 09:35

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Habe ich bereits ins Buch am Anfang eingearbeitet.

#12 RE: Führerbefehl 11 für die Kampfkommandanten befestigter Orte im Endkampf (MD war zur Festung erklärt) von wirbelwind 24.07.2020 19:12

Etwas anderes, Magado, hätte mich bei Dir schon erstaunt....

MfG Wirbelwind

#13 RE: Führerbefehl 11 für die Kampfkommandanten befestigter Orte im Endkampf (MD war zur Festung erklärt) von Hugo 24.07.2020 20:09

Ich bitte zu beachten, dass der "Führerbefehl Nr. 11" am 8. März 1944 gegeben wurde. Zu diesem Zeitpunkt war Magdeburg noch nicht zur Festung erklärt. Es ging im Allgemeinen darum, die Angriffe der Roten Armee zum Stehen zu bringen. Einerseits waren damit Hoffnungen für eine günstige Ausgangsstellung für die geplante Sommeroffensive der Wehrmacht an der Ostfront verbunden. Andererseits sollte der Zeitgewinn das gewünschte Zerwürfnis der "widernatürlichen Allianz" der Westmächte mit der bolschewistischen Sowjetunion näherbringen. Als Nebeneffekt war die Freisetzung von Wehrmachtseinheiten für den Einsatz an der erwarteten Invasionsfront im Westen geplant.

Hauptziel des Befehls war es allerdings, das Vordringen von Feindkräften auf das Reichsgebiet zu verhindern. Dazu wurden insgesam 29 "feste Plätze" bestimmt und deren Aufgaben in dem genannten Befehl festgelegt. Es war also noch kein Befehl für die spätere Schwemme entstehender "Festungen".
Dass die Festlegungen in mehr oder weniger angepasster Form für die Verteidigung des Reichsgebietes verwendet wurden ist wahrscheinlich. Zunächst war es lediglich ein Ausfluss der Erfahrungen Hitlers aus dem Ersten Weltkrieg. Dass er über die Wirklichkeit des Krieges besser Bescheid wüsste als die hochgebildeten Offiziere des Großen Generalstabs, hat er diesen ja öfter höhnend ins Gesicht geschleudert und daraus seine Kompetenzen zur Regelung von Details abgeleitet.

Bis der Krieg deutschen Boden erreichte gab es dann aber noch ein paar Varianten, die von Hitler zunächst im Herbst 1944 nach dem Vordringen der 2. Front im Westen eingeführt ("verbrannte Erde") und am 15. 3. 1945 mit dem sogenannten Nerobefehl in eine feste Form gegossen wurden. Da gab es aber auch schon andere Befehlsstrukturen und mit ihnen den Zwang der Anpassung älterer Befehle.

Bei der Bearbeitung des Themas sollte nach weiteren Befehlen und ihren Varianten geforscht werden, um dem sehr differenzierten Bild der letzten Kriegstage gerecht zu werden.

Die vom "Führerbefehl Nr. 11" betroffenen "festen Plätze" sind in der nachfolgenden Kartenskizze dargestellt (Quelle: Memnon335bc - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4809877)

Bild entfernt (keine Rechte)

#14 RE: Führerbefehl 11 für die Kampfkommandanten befestigter Orte im Endkampf (MD war zur Festung erklärt) von MAGADO-2 24.07.2020 20:16

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Hugo, alles iO, aber die Inhalte bezogen auf die Kampfkommandanten sind ja bis zu letzt auch in MD voll umgesetzt worden, außer der Nero-Befehl. Spätere Modifizierungen der Anweisungen fanden sich im Bundesarchv nicht.

#15 RE: Führerbefehl 11 für die Kampfkommandanten befestigter Orte im Endkampf (MD war zur Festung erklärt) von Hugo 24.07.2020 22:33

Hallo Magado, nichts für ungut - ich wollte auch nicht meckern. Aber wegen der Veröffentlichung muss ich doch eine Korrektur anbringen. Die viele Mühe mit dem Bundesarchiv und Teddys fleißige Tipperei hätten möglicherweise gespart werden können, denn der Befehl Nr. 11 (und viele andere) sind vor 58 Jahren veröffentlicht in: Hitlers Weisungen für die Kriegführung 1939–1945, Bernard & Graefe Verlag für Wehrwissen, Frankfurt/ Main 1962, Dok. 53, S. 243–250 (etwa 15 Jahre später gab es davon eine Taschenbuchausgabe und noch einmal 15 Jahre später den Band VI von Rudolf Absolon, Die Wehrmacht im Dritten Reich, Harald Boldt Verlag ebenfalls mit vollem Text). Die Entdeckerfreude ist also nur eine Wieder-Entdeckerfreude.

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