#1 DieBefehle und Aufgaben des Gauleiters-Reichsverteidigungskommissars ab 1944 betr. Heimatfront im Endkampf von MAGADO-2 20.07.2020 20:36

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3. Rundschreiben der Partei an alle ihre Dienststellen
betr. deren Einsatz im Invasionsfall (31. Mai)


Nationalsozialistische Deutsche F.H.Qu., den 31.5.44
Arbeiterpartei Geheime Reichssache!
Parteikanzlei
Der Leiter der Parteikanzlei

Rundschreiben 123/44 g.Rs.

Betr.: Einsatz der Partei im Invasionsfall.
Die in diesem Rundschreiben mitgeteilten Anweisungen und Anregungen gelten in erster Linie für die Küstengaue, werden aber zur allgemeinen Unterrichtung und Auswertung allen Gauen übermittelt.
I.

Die Anglo – Amerikaner sind sich darüber im klaren, daß die angekündigte Invasion nur beim Einsatz stärkster Kräfte und bei Anwendung aller Mittel durchgeführt werden kann. Mit der Absetzung von Luftlandetruppen und Sabotage – Kommandos, mit Aufständen fremdländischer Arbeiter, intensiver Propaganda und mit einer Verstärkung der Luft- und Nervenkrieges auch innerhalb des Reiches muß gerechnet werden. Selbst die bisher vom Luftkrieg unberührte Gaue werden sich daher auf den Invasionsfall einstellen müssen. Das ganze deutsche Volk – insbesondere aber die Partei – muß auf diese Belastungsprobe ideell und materiell vorbereitet sein und im gegebenen Augenblick durch Konzentration aller Kräfte mithelfen, die Pläne des Gegners zu zerschlagen.
II.

In dem reibungslosen Zusammenspiel aller deutschen Abwehrkräfte, in der Beseitigung aller Zuständigkeitskonflikte liegt die Gewähr für schnelles, wirkungsvolles Handeln und damit für den Erfolg. Zwei Führererlasse über die „Befehlsgewalt in einem Operationsgebiet innerhalb des Reiches“ für Partei und staatliche Verwaltung werden die Befugnisse der Gauleiter und Reichsverteidigungskommissare in ihrem Verhältnis zur Wehrmacht bestimmen. Eine allgemeine Regelung der Frage des außerberuflichen Einsatzes ist ebenfalls in Vorbereitung. Unabhängig davon müssen die Gauleiter alle notwendigen Vorbereitungen treffen, um für den Ernstfall gerüstet zu sein.
III.

Da der Grad der Einschaltung der einzelnen Gaus im Falle einer Invasion ein anderer sein wird, können die folgenden Hinweise nur den Rahmen abgeben für Maßnahmen, die jeder Gauleiter zu treffen hat:
1. Die Partei muß gerade im Invasionsfall ihre Befähigung zur Menschenführung unter Beweis
stellen. Das Vertrauen, das die Bevölkerung in kritischen Situationen ihr entgegenbringt, darf
nicht enttäuscht werden. Die Fähigkeit der Partei, im Notfall schnell und sicher zu
improvisieren, initiativ zu handeln, muß sich immer wieder bewähren. Zur Erfüllung ihrer
Aufgaben ist es notwendig, daß die Hoheitsträger – in den unmittelbar bedrohten Gauen bis
zum Kreisleiter abwärts – über die militärischen und zivilen Vorbereitungen, sowie die
Rückwirkungen auf das Aufgabengebiet der Partei haben, unterrichtet sind; um dies zu
Gewährleisten, wurden entsprechende Schritte unternommen.
2. Die vordringliche, praktische Aufgabe der Partei ist die Lenkung des außerberuflichen
Menscheneinsatzes und damit die Mobilisierung aller Kräfte im Heimatkriegsgebiet, um sie
in Zusammenarbeit mit den Wehrersatzdienststellen der Wehrmacht oder der Polizei zur
Verfügung zu stellen. Wie der Hoheitsträger (Kreisleiter) schon jetzt die Zuweisung der
Männer an die Heimatflak steuert, so muß er im I-Falle über die gesamte Reserve an zivilen
deutschen Kräften verfügen. Die Parteiformationen müssen durch Vereinbarung des
Gauleiters mit dem zuständigen Befehlshaber der Ordnungspolizei alarmbereit und
einsatzfähig gemacht werden. Die Wehrertüchtigungslager der HJ müssen als ganze
Einheiten dem Gauleiter ebenfalls zur Verfügung stehen. Wegen Belassung der
Ausbilder der Wehrmacht bei diesen Einheiten sind Schritte beim GKW unternommen.
Um die Männer der Parteiformationen völkerrechtlich zu sichern, ist ihre Unterweisung in
den Bestimmungen der Haager Landkriegsordnung, insbesondere Artikel 1 – 3, erforderlich.
Der Wortlaut dieser Artikel ist beigefügt. In einem Gau sind die Parteiformationen zu ihrer
rechtlichen Sicherung auf die Stadt- und Landwacht verpflichtet worden. Auch dagegen ist
nichts einzuwenden, vorausgesetzt, daß die Einheit dadurch nicht der ausschließlichen
Verfügungsgewalt der Partei entzogen werden. Voraussetzung für einen zweckentsprechenden
Einsatz der Kampfkräfte im Heimatkriegsgebiet ist die Beseitigung der Mehrfacheinteilung.
Es muß in allen Gauen erreicht werden, daß jeder Mann tatsächlich nur eine Mob-Beorderung
für den überörtlichen Einsatz hat oder daß zumindest Dringlichkeitsstufen geschaffen werden.
Dadurch wird auch die sachliche Aufgabenverteilung zwischen Wehrmacht, Polizei und
Parteiformationen erleichtert. In den unmittelbar betroffenen Gauen wird es sich vielleicht
als notwendig erweisen, in Sonderfällen Frauen zu Hilfsdiensten, u. a. zu Schanz- und
Planierungsarbeiten, heranzuziehen. Der Einsatz der Frauen bedarf sorgfältiger, organi-
satorischer und psychologischer Vorbereitung. Ob und in welchem Umfang Frauen an den
Abwehrmaßnahmen beteiligt werden müssen, wird sich der jeweiligen Lage ergeben und
unterliegt in erster Linie der Entscheidung des im Operationsgebiet zuständigen Wehrmacht-
befehlshabers. Auf alle Fälle muß aber sichergestellt werden, daß dort, wo der Einsatz von
Frauen erforderlich wird, die Erfassung und die Führung im Einsatz durch die Partei erfolgen.
Das beste Mittel zur totalen Mobilisierung der Gaue sind örtliche Appelle aller Mob-
Einheiten des Heimatkriegsgebietes. Damit sollen Einsatzübungen, Ausbildung der Männer
an der Waffe, die Überprüfung der Ausrüstung sowie Aufmärsche verbunden werden, um die
Stärke der Heimatfront vor dem eigenen Volk und vor den fremdländischen Arbeitskräften
zu demonstrieren. Die politisch-propagandistische Beeinflussung dieser Männer durch den
Hoheitsträger (Kreisleiter) bei solchen Gelegenheiten ist erwünscht. Die Kreisleiter müssen
Durch Fühlungnahme mit den zuständigen Befehlshabern dafür sorgen, daß Führerstellen der
nicht-militärischen Abwehrformationen mit zuverlässigen Nationalsozialisten besetzt sind.
Zwecks besserer Bewaffnung und Ausrüstung der Parteiformationen und zwecks Ausstattung
einzelner Dienststellen mit Maschinenpistolen sind besondere Maßnahmen eingeleitet.
3. Bei evtl. Rückführung von Industrie- und Landwirtschaftsgütern, die Zerstörung kriegs-
wichtiger Anlagen sowie Rückführung der ausländischen Arbeiter und gefangenen aus dem
Operationsgebiet ist Aufgabe der Wehrmacht bzw. der Polizei. Dagegen ist die Bearbeitung
aller Angelegenheiten, die mit einer möglichen Evakuierung der deutschen Zivilbevölkerung
zusammenhängen, allein Aufgabe der Partei.
In welcher Form und in welchem Umfang eine solche Rückführung vor sich gehen soll, kann
jetzt noch nicht festgelegt werden. Sie richtet sich nach Art und Maß etwaiger Feindaktionen.
Ist die Evakuierung notwendig, so erfolgt sie zweckmäßigerweise nach folgenden Gruppen:
Ausländische Arbeitskräfte und Gefangene, Rüstungsarbeiter, wehrfähige Männer und die
Jugend bis zum 14. Lebensjahr abwärts, und zwar nicht vor Invasionsbeginn. Eine vorsorg-
liche Evakuierung bestimmter Gebiete – soweit sie nicht auf Grund der Luftkriegmaßnahmen
bereits evakuiert sind – würde unnötige Unruhe in die Wirtschaft bringen, während eine totale
Evakuierung, wie das Beispiel Frankreichs bewiesen hat, die militärischen Operationen hem-
men würde. Die Partei hat aber die Pflicht, schon jetzt nach dem Muster der Luftkriegs-
erfahrung alle Vorbereitungen zur Unterbringung, Verpflegung und Versorgung der evaku-
ierten Bevölkerung zu treffen.
4. Der Feind wird versuchen, sofort alle im Operationsgebiet und im Hinterland ansässigen,
staatsfeindlichen und defaitistischen Kräfte zu mobilisieren, um den Einbruch in die moral-
ische Widerstandskraft des deutschen Volkes endlich zu vollziehen. Die Bekämpfung solcher
Elemente ist Sache der Polizei. Die Partei kann aber helfen; sie muß außerdem durch verstärkte
Propagandistische Tätigkeit und durch sonstige geeignete Maßnahmen unter allen Umständen
die Widerstandskraft der Bevölkerung aufrechterhalten.

IV.

Die feindliche Besatzungsmacht wird im Falle einer gelungenen Brückenkopfbildung ihr erstes Augenmerk auf die Zerschlagung der Partei richten. Es ist daher wichtig, rechtzeitig Vorbereitungen für den Abtransport oder die Vernichtung von Akten, Karteien und sonstigen wichtigen Gegenstände aus den Dienststellen der Partei, ihrer Gliederung und verbände zu treffen. Grundsatz muß sein, daß in den gefährdeten Gebieten dem Feind keinerlei Anhaltspunkte über Aufbau und Arbeit der Partei in die Hände fallen. Außerdem muß die Partei dafür sorgen, daß Sender, Lautsprecheranlagen, Filmvorführgeräte usw. rechtzeitig zurückgeführt werden. Fällt der Kreisleiter durch Tod oder Verwundung aus, dann muß der am besten geeignete Mann des Kreises für eine Übergangszeit – bis der Gauleiter aus seiner Führerreserve einen neuen Kreisleiter bestimmt hat – die Führung der Partei im Kreise übernehmen. Es wird daher den Gauleitern empfohlen, für den Invasionsfall vorsorglich einen energischen Parteigenossen zu bestimmen, der bei Ausfall des Kreisleiters automatisch an seine Stelle tritt. Bei Unruhen und Aufständen Fremdvölkischer wird die Parteiführerschaft, ausreichende Bewaffnung vorausgesetzt, ihre Pflicht nur erfüllen können, wenn sie sich soldatisch an den Brennpunkten der Ereignisse einsetzt. Bei Gefahr im Verzuge muß der Hoheitsträger die Möglichkeit haben, seine Männer ohne besonderen Auftrag selbstständig zum Einsatz bringen, bis die Führung durch die Polizei übernommen werden kann. Die Dienststellen der Partei, vor allem die der Gauleiter und Kreisleiter, müssen von Beginn der Invasion an dauernd durch Angehörige der Dienststelle bewacht werden. Die Nachrichtenverbindungen der Partei müssen jederzeit ihren höchsten Wirkungsgrad besitzen.
Der gemäß Führerbefehl im Fall einer feindlichen Landung alle wehrfähigen Männer des Operationsgebietes sofort mit der Waffe einzusetzen sind, bedarf es einer eingehenden Vorplanung, um die führenden Kräfte der Partei freistellen zu lassen.

V.

Die in den Gauen bereits getroffenen Vorbereitungen sollen durch diese Richtlinien, auch soweit diese teilweise abweichenden Maßnahmen nahe legen, grundsätzlich nicht berührt werden. Es ist jedoch zweckmäßig, soweit möglich eine Angleichung herbeizuführen. Über die gesammelten Erfahrungen erbitte ich laufend Bericht.
Den Arbeitsbereichen und der Parteiverbindungsstelle Prag muß die grundsätzliche Linie der Parteikanzlei zum Invasionsproblem bekannt sein, damit sie ihre Abmachungen mit Wehrmacht und Verwaltung danach abstimmen können. Für sie ist eine schematische Anwendung umso weniger am Platze, als die verschieden gelagerten örtlichen Verhältnisse überall Sonderregelungen erfordern werden.
gez.: M Bormann

#2 RE: DieBefehle und Aufgaben des Gauleiters-Reichsverteidigungskommissars ab 1944 betr. Heimatfront im Endkampf von MAGADO-2 20.07.2020 20:37

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4. Befehl des Chefs OKW betr. Vorbereitung für die
Verteidigung des Reiches (19. Juli)
(vgl. dazu S. 1556 ff.: Nr. 3 über die Einschaltung der Partei)

Der Chef F.H.Qu., den 19.7.1944
des Oberkommandos der Wehrmacht
WFStd/Qu,2/Verw. 1/ Nb. 007715/44 g. Kdos.
Betr.: Vorbereitungen für die Verteidigung des Reiches.

Die bisherigen Anordnungen über Vorbereitungen für die Verteidigung der Küsten und Grenzen des Reichs werden nachstehend zusammengefasst und ergänzt. Als Grundsatz hat zu gelten, daß die Dienststellen der Wehrmacht sich bei diesen Vorbereitungen ausschließlich auf die rein militärischen Aufgaben zu beschränken haben, während z. B. die Mobilisierung aller Kräfte im Heimatkriegsgebiet, die Menschenführung, insbesondere auch Maßnahmen zur Evakuierung der deutschen Zivilbevölkerung allein Aufgabe der Partei sind. Entsprechende Maßnahmen auf wirtschaftlichem Gebiet fallen den verantwortlichen Obersten Reichsbehörden zu. Die notwendige Zusammenarbeit ist, losgelöst von allen Zuständigkeitsfragen, allein unter dem Gesichtspunkt der höchsten Nutzleistung zu betreiben.

I.
Befehlsgliederung

1. Die Vorbereitung der Verteidigung des Heimatkriegsgebiets ist hinsichtlich der Maßnahmen des Heeres und allgemeiner Wehrmachtsangelegenheiten Aufgabe des Chefs H.Rüst. und B.d.E und nach seinen Weisungen der Wehrkreisbefehlshaber, für den Bereich von Kriegsmarine und Luftwaffe Aufgabe des OB.d.M. bzw. des OB.d.L.
2. Richtlinien grundsätzlicher Art zur Vorbereitung der Reichsverteidigung ergehen durch OKW/WFStab, zusätzliche Weisungen in allgemeiner Wehrmachtsangelegenheiten durch die Dienststellen des OKW, Richtlinien für das Gebiet der Versorgunsführung durch Gen.St,d.H./Gen.-Qu.
3. Verantwortlichkeit der Kommandierenden Admirale für Vorbereitung und Durchführung der Verteidigung der Küsten gegen feindliche Landunternehmen gemäß Weisung 40 (Anmerkung 1)!1) bleibt in vollem Umfang bestehen.
4. Die Anordnungen über
a) Bekämpfung von Fallschirmjägern und Luftlandetruppen im Heimatkriegsgebiet (Anmerkung 2) (1),
b) Bekämpfung einzelner Fallschirmspringer (Anmerkung 3) (1),
c) Bekämpfung von Luft- und Flussminen in den Reichswasserstraßen (Anmerkung 4) (1)
d) Schutz militärischer und Kriegswichtiger Bauten und Anlagen (Anmerkung 5) (1)
Gelten weiterhin.

(1) Die Anmerkungen sind hier weggelassen

5. Soweit Kampfhandlungen in Teile von Wehrkreisen übergreifen, wird durch Einsatzbefehl festgelegt werden, welcher Bereich in allen Fragen der Kampfführung zu Lande aus der Unterstellung unter Chef H.Rüst. und B.d.E. ausscheidet und Dienststellen des Feldheeres unterstellt wird. Derartige Anordnungen sind bereits für das Generalgouvernement und den Wehrkreis 1 ergangen.
6. Die Verteidigung der Heimatkriegsgebietes stützt sich auf Bereitschaft aller Kreise der Bevölkerung, die in den Reichsgauen in den Gauleitern und Reichsverteidigungskommissaren ihre Spitze findet. Diese sind durch Rundschreiben des Leiters der Partei – Kanzlei auf ihre besonderen Aufgaben im Rahmen der Reichsverteidigung hingewiesen (Anmerkung 2) (2). Die Wehrkreisbefehlshaber haben die Initiative der Gauleiter und Reichsverteidigungskommissare in jeder Weise zu unterstützen und zu fördern, in engstem Einvernehmen mit ihnen die für den Befehlsbereich der Wehrmacht zu treffenden Maßnahmen mit den zivilen Dienststellen abzustimmen, gemeinsame Maßnahmen kalendermäßig vorzubereiten und alle Beteiligten über getroffene Anordnungen der Wehrmacht rechtzeitig zu unterrichten.

II.
Aufgaben

In die vorbereitenden Maßnahmen zur Verteidigung des Heimatkriegsgebiets sind durch die Wehrkreisbefehlshaber alle in ihren Befehlsbereich liegenden Kommandobehörden, Truppen, Dienststellen und Einrichtungen der Wehrmacht und der Waffen-SS sowie die von den Gauleitern und den Höheren SS- und Polizeiführern zur Verteidigung gestellten zusätzlichen Kräfte einzubeziehen; Kommandobehörden, Truppen, Dienststellen und Einrichtungen der Kriegsmarine und Luftwaffe, jedoch nur insoweit, als dadurch die Erfüllung ihrer eigenen Aufgaben (Ziff. I, 1) nicht beeinträchtigt wird. Die Aufgaben umfassen im wesentlichen:
1. Übersicht über Unterbringung, Stärke, Beweglichkeit und Bewaffnung der zum militärischen Einsatz zur Verfügung stehenden Kräfte.
2. Pläne für Zusammenfassung dieser Kräfte, Befehlsgliederung, Alarmplan, Ausstattungsplan, Transportplan.
3. Pläne zur Heranziehung und Ausbildung der durch die Hoheitsträger dar Partei zur Verfügung gestellten Reserven an zivilen deutschen Kräften. Die hierzu bisher für die Küsten und für die besetzten Gebiete geltenden Anordnungen werden auf das gesamte Heimatkriegsgebiet ausgedehnt (Anmerkung 7) (1).

(1) Die Anmerkungen sind hier weggelassen.
(2) S. oben S. 1565 ff.

4. Freistellung führender Kräfte von Partei und Staat vom Wehrdienst in Zusammenarbeit mit dem Gauleiter und Reichsverteidigungskommissar.
5. Vorbereitung für Einweisung und vorgesehene Befestigungsarbeiten sowie in sonstige Verteidigung- und erste Kampfaufgaben. Bei Anlage von Befestigungen sind die Wehrkreisbefehlshaber verantwortlich für Linienführung, Einweisung und Art des Aufbaues. Durchführung der bauten wird im allgemeinen den Reichkommissaren als Gauleitern überlassen sein.
6. a) Vorbereitung für Rückführung der Kriegsgefangenen in Zusammenarbeit mit den
Reichsverteidigungskommissaren.
b) Unterrichtung über die Maßnahmen zur Rückführung der ausländischen Arbeiter, die
Aufgabe des Reichsführers SS ist.
c) Unterrichtung über die allein vom Gauleiter vorzubereitende Maßnahme zur Eva-
kuierung der deutschen Zivilbevölkerung
7 a) Vorbereitung von Auflockerungs-, Räumungs-, Lähmungs- und Zerstörungsmaß-
nahmen im militärischen Bereich.
b) Auf Aufforderung der Reichsverteidigungskommissare Zusammenarbeit mit diesen in
der kalendermäßigen Vorbereitung von Auflockerungs-, Rückführungs-, Lahmungs-
und Zerstörungsmaßnahmen im zivilen Bereich, die Aufgaben der Reichsverteidi-
gungskommissare nach den Weisungen der Obersten Reichsbehörden sind, sowie
Vorbereitung der Unterstützung der Reichsverteidigungskommissare bei etwaiger
späterer Durchführung derartiger Maßnahmen.
8 Unterrichtung der Reichsverteidigungskommissare und Hoheitsträger der Partei – in den
Unmittelbar bedrohten Gauen bis zum Kreisleiter abwärts – über den Stand der militär-
ischen Vorbereitungen und gegebenenfalls die militärische Lage.
9. Vorbereitung auf dem Versorgungsgebiet.

III.
Ergänzende Bestimmungen

1. Vorstehende Richtlinien können nur als Anhalt gelten. In jedem Falle sind aber die Vorbereitungen auf den engsten Personenkreis zu beschränken, um jede unnötige Erregung in der Bevölkerung auszuschließen. Lassen sich Vorbereitungen dieser Art ohne unerwünschte Auswirkung auf die Bevölkerung nicht durchführen, so sind sie zunächst zu unterlassen. (1)
2. Die erforderlichen Durchführungsbestimmungen sind durch die jeweils verantwortlichen obersten Kommandobehörden zu erlassen. Soweit diese Bestimmungen Richtlinien von grundsätzlicher Bedeutung enthalten, sind sie vor Erlaß dem OKW/WFStab vorzulegen.
3. Die Bestimmungen des Befehls gelten sinngemäß für die Vorbereitung der Verteidigung der Operationszonen Alpenvorland und Adriatische Küstenland mit der Maßgabe, daß diejenigen Aufgaben, deren Erfüllung im Heimatkriegsgebiet den Wehrkreisbefehlshaber obliegt, in den Operationszonen durch den Befehlshaber in der Operationszone Alpenvorland bzw, den Befehlshabern in den Operationszonen Adriatisches Küstenland nach Weisungen des OB Südwest wahrzunehmen sind.
gez. Keitel

#3 RE: DieBefehle und Aufgaben des Gauleiters-Reichsverteidigungskommissars ab 1944 betr. Heimatfront von MAGADO-2 20.07.2020 20:38

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1. Führerbefehl „Verbrannte Erde“, am 19. März den
militärischen und zivilen Stellen übermittelt

a) Der Befehl

Der Führer hat am 19.3.1945 nachstehenden Befehl erlassen:
Betr.: Zerstörungsmaßnahmen im Reichsgebiet.
Der Kampf um die Existenz unseres Volks zwingt auch innerhalb des Reichsgebietes zur Ausnutzung aller Mittel, die die Kampfkraft unseres Feindes schwächen und sein weiteres Vordringen behindern. Alle Möglichkeiten, der Schlagkraft des Feindes unmittelbar oder mittelbar den nachhaltigsten Schaden zuzufügen, müssen ausgenützt werden. Es ist ein Irrtum, zu glauben, nicht zerstörte oder nur kurzfristig gelähmte Verkehrs-, Nachrichten-, Industrie- und Versorgungsanlagen bei der Rückgewinnung verlorener gebiete für eigene Zwecke wieder in Betrieb nehmen zu können. Der Feind wird bei seinem Rückzug uns nur eine verbrannte Erde zurücklassen und jede Rücksichtnahme auf die Bevölkerung fallenlassen.
Ich befehle daher:
1. Alle militärischen verkehrs-, Nachrichten-, Industrie- und Versorgungsanlagen sowie Sachwerte innerhalb des Reichsgebietes, die sich der Feind für die Fortsetzung seines Kampfes irgendwie sofort oder in absehbarer Zeit nutzbar machen kann , sind zu zerstören.
2. Verantwortlich für die Durchführung dieser Zerstörungen sind: die militärischen Kommandobehörden für alle militärischen Objekte (einschließlich der Verkehrs- und Nachrichtenanlagen), die Gauleiter und Reichsverteidigungskommissare für alle Industrie- und Versorgungsanlagen sowie sonstige Sachwerte. Den Gauleitern und Reichsverteidigungskommissaren ist bei der Durchführung ihrer Aufgabe durch die Truppe die notwendige Hilfe zu leisten.
3. Dieser Befehl ist schnellstens allen Truppenführern bekanntzugeben. Entgegenstehende Weisungen sind ungültig.
gez. Adolf Hitler

c) Zusätzlicher Befehl des OKW (4. April)
Am folgenden Tage (30.3) erging vom OKW !A u s f ü h r u n g s b e s t i m m u n g e n“, die praktisch auf die Aufhebung des Befehls vom 19.3.hinausliefen. Sie wurden am 4.4. durch den folgenden befehl ergänzt:
OKW/WFSt/Qu II Nr. 003132/45 gKdos.
Bezug: 1. OKW/WFSt/Op Qu Nr. 002711/45 gKdos. I., II., III. Ang. vom 19., 23. und 25.3.45.
2. OKW/WFSt/Qu 2 (II9 Nr. 003090/45 gKdos. vom 30.3.45

Betr.: Zerstörungsmaßnahmen im Reichsgebiet.
Die vom Führer am 30.3. erlassene Durchführungsbestimmungen zu seinem Befehl vom 19.3. über Zerstörungsmaßnahmen im Reichsgebiet geben zu folgenden, ergänzende Hinweise für die Wehrmacht Veranlassung:
I.
Grundsatz:
Alle Zerstörungsmaßnahmen im militärischen bereich sind durch den Führerbefehl vom 19.3.45 im Bereich der Rüstung und Kriegsproduktion durch die Durchführungsbestimmungen zu diesem Befehl vom 30.3.45 eindeutig geregelt.
II.
Verantwortlichkeit:
1. Die Verantwortlichkeit im zivilen Bereich, insbesondere für Industrie und Versorgungsbetriebe, ist durch den Führer in der Weise geregelt worden, daß die Gauleiter und Reichsverteidigungskommissare für die Auslösung und Überwachung der Zerstörungsmaßnahmen, die Organe des Reichsministers für Rüstung und Kriegsproduktion für ihre Vorbereitung und Durchführung verantwortlich sind und daß der Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion insoweit ein Weisungsrecht gegenüber den Gauleitern und Reichsverteidigungskommissaren hat.
2. Für die zerstörung aller Milit. Objekte und Anlagen (z. B. Waffen- und gerätelager, Flugplätze, wehrmachtseigene betriebe), einschließlich aller Verkehrs- und Nachrichten-Anlagen, ist ausschließlich die Wehrmacht verantwortlich, und zwar:
a) innerhalb der Wehrmacht allgemein das jeweils territorial zuständige Oberkdo. Der Heeresgruppe
b) für marine- und luftwaffeneigentümliche Objekte und Anlagen die jeweils terrotorial zuständige Kdo.-Behörde der Kriegsmarine bzw. der Luftwaffe.

III.
Sonderbestimmungen:
1. Grundsatz und Verantwortlichkeit für die Zerstörungsmaßnahmen gem. Ziffer I und II gelten auch in der Kampfzone, hier jedoch mit der Einschränkung, daß die Forderungen der unmittelbaren Kampfführung den Vorrang haben vor allen anderen Forderungen und Erwägungen; daher verbleibt es hier bei der übergeordneten Verantwortlichkeit der Wehrmacht für sämtliche Zerstörungsmaßnahmen sowie deren Auslösung durch die Wehrmacht.
2. Für die Auslösung von Zerstörungsmaßnahmen in Anlagen – Betriebsstoffindustrie – gilt die Sonderegelung der Bezugsverfügung vom 23.3.45. Die Verantwortlichkeit des zivilen Bereichs für die kalendermäßige Vorbereitung und fachmännische Mitwirkung bei den Zerstörungsmaßnahmen sowie für rechtzeitiges Aufmerksammachen auf gefährdete betriebe wird dadurch nicht berührt.
3. Für sämtliche „Seehäfen“ im Reichsgebiet einschließlich der in ihnen liegenden Schiffswerften gilt die Sonderregelung der Bezugsverfügung vom 25.3.45

IV.
Zusammenarbeit:
Die Wehrmacht ist verpflichtet, in die Verantwortlichkeit des zivilen Bereichs fallende Zerstörungsmaßnahmen mit allen verfügbaren materiellen Hilfen sowie auch enge Zusammenarbeit mit den verantwortlichen zivilen Dienststellen und deren zuverlässige Lagerunterrichtung zu unterstützen. Selbständige Eingriffe, vor allem eigenmächtige, durch unkontrollierte Feindmeldungen veranlaßte Zerstörungsmaßnahmen an Industriebetrieben im Hinterland sind der Wehrmacht verboten. Alle entgegenstehenden Befehle und Weisungen werden hierdurch aufgehoben.

Der Chef OKW
gez. Keitel
Gen.- Feldmarschall

#4 RE: DieBefehle und Aufgaben des Gauleiters-Reichsverteidigungskommissars ab 1944 betr. Heimatfront von MAGADO-2 21.07.2020 16:21

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#5 RE: DieBefehle und Aufgaben des Gauleiters-Reichsverteidigungskommissars ab 1944 betr. Heimatfront von MAGADO-2 21.07.2020 19:56

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Diese Dokumente wurden bisher nirgendwo veröffentlicht.

#6 RE: DieBefehle und Aufgaben des Gauleiters-Reichsverteidigungskommissars ab 1944 betr. Heimatfront von wirbelwind 21.07.2020 20:41

Auch das liest sich sehr interessant.Unter Umständen nicht schlecht angedacht aber es hat nicht funktioniert. Vielmehr entstand Kompetenzwirrwarr mit den bekannten Folgen. Inwieweit gibt es denn Erkenntnisse darüber, ob Frauen zum Volkssturm einberufen wurden? Ab Februar 1945 soll das wohl möglich gewesen sein.

MfG Wirbelwind

#7 RE: DieBefehle und Aufgaben des Gauleiters-Reichsverteidigungskommissars ab 1944 betr. Heimatfront von MAGADO-2 21.07.2020 20:46

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Ob Frauen zum Volkssturm sich meldeten, darüber liegen keine Meldungen vor. Zumindest hatte man auch die im Visier. Bei den Panzervernichtungseinheiten waren weibliche dabei.
Aber auch diese Anweisungen bringen erstmalig auch die Kompetenzen der Reichsverteidigungskommissars ans Licht und wo er sich nicht einzumischen hatte.

#8 RE: DieBefehle und Aufgaben des Gauleiters-Reichsverteidigungskommissars ab 1944 betr. Heimatfront von US330Reg 26.07.2020 14:20

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Ebenfalls sehr interessante Informationen. Vielen Dank.

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